Karl Rahner: Weihnachtsmeditation II
Автор: Münsteraner Forum für Theologie und Kirche
Загружено: 2023-12-23
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Nachzulesen ist der Vortrag in K. Rahner, Gott ist Mensch geworden. Meditationen, Freiburg i. Br. 1975, S. 49-57, sowie in: ders., Sämtliche Werke Bd. 23: Glaube im Alltag. Schriften zur Spiritualität und zum christlichen Lebensvollzug. Bearbeitet v. Albert Raffelt, Freiburg i. Br. 2006, S. 319-322.
Auf YouTube veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten (http://provinzarchiv.jesuiten.org) und der Katholischen Akademie Freiburg (https://www.katholische-akademie-frei...).
Ein Kommentar zur Weihnachtsmeditation von Dorothea Sattler
Karl Rahner ist es nicht leichtgefallen, über den Tod Jesu Christi und seine Bedeutung für uns zu sprechen. Das ehrt ihn bis heute, denn noch immer erschließt sich die erlösungstheologische Bedeutung des Todesgeschicks Jesu nicht leicht. Karl Rahner hat sehr viel lieber über die Bedeutung der Geburt Jesu nachgedacht. Sein gläubiges Staunen vor dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes hat er immer wieder erinnert. Drei der vier Sequenzen, die unter dem Titel "Gott ist Mensch geworden" 1975 als Dokumentation von Meditationen erschienen sind, die Rahner im Dezember 1974 in der Akademie Freiburg gehalten hat, beziehen sich explizit auf die Inkarnation: I. Die Macht der Geburt; III. Gott ist Mensch geworden; IV. Mitten in unserer Nacht. Eindrücklich, anschaulich, konkret bringt Karl Rahner zur Sprache, was ihm lange schon am Herzen liegt: Gott wird Mensch, um alle Dunkelheiten des Daseins mit den Geschöpfen zu teilen. Gott bleibt kein Zuschauer im Drama des Lebens. Gott wird Mensch - einer von uns – solidarisch mit allen Menschen, deren Geschick Jesus teilt. Hoffnung gewinnt der Mensch durch die Teilhabe Gottes am irdischen Dasein. In einer Weihnachtsmeditation von 1954 schreibt Rahner: "Jetzt ist er selbst auch auf unserer Erde, auf der es ihm nicht besser geht als uns, auf der ihm keine Sonderregelung zuteilwurde, sondern unser aller Los: Hunger, Müdigkeit, Feindschaft, Todesangst und ein elendes Sterben."
Hoffnung gewinnen durch das gläubige Vertrauen auf Gottes eigenes, menschliches Durchleiden von Leben und Tod – dieser frühen Gedankenspur folgt Karl Rahner auch in der hier zu besprechenden Meditation. Sein Vorwort zu den vier Texten vom Dezember 1974 beginnt er mit den Worten: "Diese Weihnachtsmeditationen wollen theologisches Nachdenken nicht umgehen." Dieses Versprechen löst er gleich zu Beginn der Meditation "Gehorsam geworden bis zum Tod" ein, indem er auf das berechtigte Anliegen einer "Christologie von unten" zu sprechen kommt, deren Vertreter das Leben des irdischen Jesus als Ausgangspunkt des Nachdenkens wünschen und nicht eine "Christologie von oben", die das Bekenntnis zum präexistenten (vorgeburtlichen) Dasein des Logos, des ewigen Wortes Gottes, als Zugang zur Christologie wählen. Rahner geht den Weg der "Christologie von unten" mit und zeigt zugleich auf, dass die formulierte Alternative eine falsche ist: Jesus hat sein Leben im gläubigen Gehorsam Gott gegenüber bis zu seinem leidvollen frühen Tod konsequent angenommen. Vom "Ende" her ist jedoch auf den "Anfang" zu blicken: Wer ist dieser Jesus, der - wie jeder Mensch - dem Tod nicht entkommt? Für Rahner ist die Art und Weise, wie Jesus in Entschiedenheit, als Tat und nicht nur als Erleiden, den Tod gelebt hat, ein Zeugnis für eine Gestalt von Freiheit, die dem Menschen von Gott geschenkt eigen ist. Jesus hat - in allem uns Menschen gleich, er allein jedoch kannte die Sünde nicht (vgl. 2 Kor 5,21; Hebr 4,15) - in vollendeter Weise auch im Sterben Gott Gehorsam geschenkt: vertraut auf den lebendigen Gott, der seinen gottesfürchtigen Gerechten, seinen letzten Propheten, nicht im Tod belassen wird. Durch sein Leben und Sterben gibt Jesus Kunde von Gott. Er vermag es, weil er nicht nur ein Mensch ist, sondern Gottes Wort für uns.
Karl Rahner hat die auch nach dem Tod Jesu erfahrene Geschichte der Menschheit, das erlebte Dasein bis heute, zum Ausgangspunkt seiner theologischen Überlegungen gewählt. Durch diese "anthropologische Wendung" der Theologie wird das ungelöste Rätsel "Mensch" zu einer Gabe Gottes: Gott hat den Menschen so erschaffen, dass der Mensch sich selbst zur Frage "in tausend Einzelfragen" wird. Jesus hat als Mensch diese Fragen gelebt und eine göttliche Antwort gegeben: unbedingte Versöhnungsbereitschaft selbst den Feinden gegenüber und Hoffnung im Tod auf ewiges Leben. Wer hoffnungsvoll sterben kann, wen wollte welche irdische Macht zwingen können zur Gewalt gegeneinander? Diese Botschaft von Weihnachten ist in unseren Zeit so aktuell wie selten zuvor. Die offenkundige Düsternis, die das Lebensempfinden von Karl Rahner prägt, hat viele Menschen heute ergriffen. Möge auch die weihnachtliche Hoffnung in uns sein, "dass die Unendlichkeit Gottes die menschliche Enge, die Seligkeit die tödliche Trauer der Erde, das Leben den Tod annahm", wie Karl Rahner in einer Weihnachtsmeditation von 1954 schreibt.
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