Karl Rahner: Weihnachtsmeditation III
Автор: Münsteraner Forum für Theologie und Kirche
Загружено: 2023-12-29
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Nachzulesen ist der Vortrag in K. Rahner, Gott ist Mensch geworden. Meditationen, Freiburg i. Br. 1975, S. 59-75, sowie in: ders., Sämtliche Werke Bd. 23: Glaube im Alltag. Schriften zur Spiritualität und zum christlichen Lebensvollzug. Bearbeitet v. Albert Raffelt, Freiburg i. Br. 2006, S. 322-328.
Auf YouTube veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten (http://provinzarchiv.jesuiten.org) und der Katholischen Akademie Freiburg (https://www.katholische-akademie-frei...).
Ein Kommentar zur Weihnachtsmeditation von Michael Hauber
Karl Rahner tastete sich an das Festgeheimnis der Geburt Jesu in den ersten beiden Abschnitten von unten heran: Was ist der Mensch, wie ist er beschaffen, dass Gott sich ihm mitteilen kann? Dass Gott nicht nur irgendeine Wahrheit über sich oder ein Gebot mitteilen kann, sondern sich selbst als er selbst mitteilen kann? Der Mensch ist das Wesen einer radikalen Blöße für Rahner: Das Wesen des Menschen in seiner seelischen Verfasstheit und deren geschichtlicher Äußerung ist nichts anderes als nur die Tatsache, Gott als Gott vernehmen zu können.
Nun aber greift er die Christologie von oben auf: Was ist das für ein Gott, der sich ein in Zeit und Raum begrenztes Wesen wie den Menschen so schaffen kann, dass er sich diesem als er selbst schenken kann? Der eine und einzige Gott ist absolut erhaben über Alles. Das ist jüdischer, christlicher und islamischer Glaube. Seine Einheit ist für uns unter anderem dort zu bemerken, wo wir ihn anreden: Wir können ihn als „Du“ ansprechen und er ist gerade kein „Ihr“. Das ist von Rahner gemeint, wenn er vom „einen Aktzentrum“ schreibt. Aber dieser Gott ist eben nicht nur auf Erhabenheit beschränkt. Er trägt in sich selbst die göttliche Möglichkeit, sich als er selbst gleichsam nach „außen“ auszusagen. Und gleichzeitig trägt er die göttliche Möglichkeit in sich, dasjenige, das er nicht ist, in Liebe und ohne Zwang dazu zu führen, diesen einen Gott als Gott anzunehmen. Gott ist nach christlicher Überzeugung ein für allemal und auch nur einmal in der Geschichte erschienen – und das feiern wir an Weihnachten. In jeder Generation ist er aber von neuem anzunehmen. Hier wird Weihnachten existentiell bedeutsam. Denn diese Annahme ist kein Werk des Menschen aus eigener Kraft. Gott bewirkt auch diese Annahme. Weil Gott in sich selbst schon die Möglichkeit, sich zu Wort zu bringen und die Annahme dieses Wortes zu wirken, gleichsam enthält – das ist mit dem Begriff „immanente Trinität“ gemeint –, kann er sich einer Welt, die er eben nicht ist, als Wort offenbaren und die Annahme der Offenbarung erwirken. Das bezeichnet man als die heilsgeschichtliche – mit dem Fachwort: ökonomische – Trinität. Auch wenn Rahner mit der Aussage, die immanente und ökonomische Trinität seien wechselweise identisch, Vorläufer hat (z. B. Karl Barth), so darf man ihm doch guten Gewissens die Urheberschaft dieses einprägsamen Axioms zuschreiben.
Rahner äußerte sich auf verschiedenen „Niveaustufen“ zur Dreifaltigkeit Gottes. Stets war es ihm dabei darum zu tun, mit Hilfe seines Axioms die Weltferne der klassischen Formulierungen („Der eine Gott subsistiert in drei Hypostasen/Personen“) zu erden und die Relevanz des Glaubens an die Trinität für das unmittelbare Glaubensleben der Christ*innen herauszuarbeiten. Zahlreiche neuscholastische Einführungen sind in dieser Hinsicht nämlich ziemlich abschreckend. Genau gegen solche Positionen, die heutige Lesende/Hörende gar nicht mehr kennen, redet Rahner auch in seiner Meditation immer wieder an. Das macht sie auf den ersten Blick nicht einfach zu verstehen. Wenn man aber weiß: Rahner nimmt hier den Ball von Gegenpositionen auf, dann zeigt sich der stimmige Aufbau. Zu diesem gehört auch, dass Rahner stets in seiner Trinitätstheologie den Begriff der „Person“ kritisiert. Der heutige Begriffsinhalt („Aktzentrum“) ist nun nicht der der Antike. Außerdem tadelt Rahner eine besondere Theorie – die psychologische Trinitätslehre des Augustinus, d.h. dass der Aufbau der Menschenseele ein ziemlich simpler Spiegel der Trinität sei, obwohl sie ja nur das Werk des einen Gottes ist. Hier darf man sagen: Rahner folgt einer heute obsoleten, ja irreführenden Theorie seines Kollegen Michael Schmaus. Augustinus hat das so nie vertreten – es hat aber Theologen gegeben, die meinten, Augustinus habe so gelehrt und auch sie müssten deswegen so lehren.
Rahners Ausführungen zur gleichsam „inneren“ Beschaffenheit Gottes dienen nur dem besseren Verständnis, welche unsagbare Ungeheuerlichkeit Christ*innen glauben: Dass die unermesslichen Weiten des Alls (vielleicht sogar der Universen) niemals gottfern sind, sondern in Gott selber ruhen. Und zwar unwiderruflich, seitdem Gott einmal eines dieser kleinen und nackten Wesen der reinen Offenheit auf ihn so angenommen hat, dass weder er ohne dieses Wesen, aber auch dieses Wesen nicht mehr ohne ihn zu denken ist: Jesus von Nazaret.
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