Pfarrer Diradur. Andacht zur Mitte der Großen Fastenzeit. Exodus 3,16–22
Автор: Armenische Gemeinde Baden-Württemberg
Загружено: 2026-03-12
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Andacht zur Mitte der Großen Fastenzeit
Exodus 3,16–22
Liebe Brüder und Schwestern in Christus,
wir stehen heute in der Mitte der heiligen Großen Fastenzeit. Die ersten Wochen liegen hinter uns. Wochen des bewussteren Verzichts, des intensiveren Gebetes, des Blickes nach innen. Manche von uns spüren bereits die Müdigkeit: die innere Stimme, die fragt, ob das alles wirklich etwas bringt, ob die Buße nicht zu schwer wird, ob die Freiheit, die wir ersehnen, wirklich näher kommt. Genau in diese Mitte unserer eigenen Wüste hinein spricht Gott heute durch das Wort aus dem Dornbusch.
„Geh hin und versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist mir erschienen und hat gesagt: Ich habe genau zugesehen, wie man euch in Ägypten quält …“ (vgl. Ex 3,16–17)
Gott sagt nicht: „Ich habe gehört, dass es euch schlecht geht.“
Er sagt: „Ich habe genau zugesehen.“
Er sagt nicht: „Irgendwann werde ich mich vielleicht kümmern.“
Er sagt: „Ich bin herabgestiegen, um euch herauszuführen.“
Das ist der Kern dessen, was wir in der Fastenzeit immer wieder neu glauben lernen dürfen: Gott ist kein ferner Zuschauer. Er sieht. Er sieht genau. Er sieht das, was wir manchmal selbst kaum noch auszuhalten wagen, die inneren und äußeren Knechtschaften, die alten Wunden, die Versklavung durch Gewohnheiten, durch Groll, durch Angst, durch Sucht, durch Leere.
Und weil Er sieht, handelt Er. Nicht nach unserem Zeitplan, nicht nach unserer Vorstellung von Schnelligkeit, aber Er handelt.
In den Versen 19–22 wird Mose etwas mitgeteilt, was auf den ersten Blick fast anstößig klingt: Der Pharao wird das Volk nicht freigeben wollen, „außer durch eine mächtige Hand“ (V. 19). Und dann folgt die Ankündigung, dass die Israelitinnen von ihren ägyptischen Nachbarinnen Silber, Gold und Kleider erbitten werden, und sie werden es erhalten (V. 21–22).
Die Väter haben darin oft ein Zeichen der gerechten Vergeltung gesehen: Was den Israeliten jahrzehntelang vorenthalten wurde (Lohn für harte Fronarbeit), das gibt Gott ihnen jetzt auf wunderbare Weise zurück. Ägypten plündert sich selbst, weil Gott es so lenkt.
Für uns heute kann diese Stelle aber noch tiefer sprechen:
In der Fastenzeit entkleiden wir uns vieler Dinge: unnötiger Zerstreuung, überflüssigen Besitzes an Gedanken, an Zeit, an Emotionen.
Und genau in diesem Entkleiden bereitet Gott vor, dass wir neu bekleidet werden, nicht mit dem alten Plunder Ägyptens, sondern mit Gnade, mit Kraft, mit Freiheit, mit Freude, die nicht von dieser Welt ist.
Die Mitte der Fastenzeit ist oft der Ort, an dem die Illusion zerbricht, dass wir uns selbst befreien könnten. Mose durfte lernen: Ich bin nicht der Retter. Gott ist der Retter. Ich darf nur Bote sein. Ich darf nur gehen und sagen: Er hat genau hingesehen.
Lasst uns in diesen Tagen genau das tun:
Vor Gott treten und Ihm sagen: „Herr, Du siehst genau. Du siehst, wo ich noch feststecke. Du siehst meine Müdigkeit in der Buße. Du siehst meine heimlichen Kompromisse.“
Ihm glauben, dass Er bereits dabei ist, uns herauszuführen, auch wenn der Pharao in uns (unser altes Ich, unsere Leidenschaften, unsere Ängste) noch laut „Nein!“ schreit.
Ihn bitten, dass Er uns neu beschenkt mit dem „Gold und Silber“ Seiner Gnade, mit der Kleidung der Unsterblichkeit, die wir am Ostermorgen in ganzer Fülle empfangen dürfen.
Gebet
Gott unserer Väter, Du hast Mose aus dem Dornbusch gerufen und Israel aus Ägypten befreit. Du siehst auch uns heute genau – mitten in unserer Fastenwüste, mitten in unserer Schwachheit. Schenke uns das Vertrauen des Mose: dass Du nicht nur siehst, sondern auch handelst.
Lass uns nicht auf halbem Weg umkehren. Nimm weg, was uns noch knechtet, und kleide uns neu mit Deiner Kraft und Deiner Freude.
Durch Christus, unseren Herrn, der am Kreuz die wahre Befreiung vollbracht hat und uns am dritten Tag die Freiheit der Kinder Gottes geschenkt hat.
Amen.
Der Herr segne euch und behüte euch in dieser heiligen Mitte der Großen Fastenzeit. Er lasse Sein Angesicht über euch leuchten und gebe euch Seinen Frieden, den Frieden dessen, der bereits weiß, wie der Auszug endet: in der Auferstehung.
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