Bechhofen (AN) Glocken der evang.-luth. Johanniskirche (Turmaufnahme)
Автор: glockenzeit
Загружено: 2021-10-01
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Das sichtbare Wahrzeichen der mittelfränkischen Marktgemeinde Bechhofen an der Heide bildet, gemeinsam mit dem von St. Katharina, der Turm der evangelischen Johanniskirche. Er trägt das vierstimmige Geläute des Gotteshauses, welches mit den Glocken der benachbarten Katharinenkirche ein neunstimmiges Ensemble bildet. Ihr erstes Geläut mit einem Gesamtgewicht von 3200 kg erhielt die neuerrichtete Johanniskirche noch vor Fertigstellung des Gotteshauses, im Jahr 1914. Für den Guss der vier Glocken verantwortlich zeichnete sich der Augsburger Glockengießer Friedrich Hamm. Doch nur wenige Monate später, kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges, waren die gerade neu angeschafften Glocken der Johanniskirche aufgrund ihres geringen Denkmalwertes wieder zum Einschmelzen zu Kriegszwecken freigegeben worden. Nachdem die Gemeinde ihr neues Geläute aber unbedingt behalten wollte, sollten stattdessen die drei alten Glocken der benachbarten Katharinenkirche abgegeben werden, was die Behörden auch genehmigten. Spätestens hier zeigt sich die enge Verwachsung der (Geläute-)Historie von St. Johannis und St. Katharina. Allzu lange durften die Bechhöfer ihre Freude trotzdem nicht am neuen Geläute haben: Während die Hamm-Glocken im 1. Weltkrieg noch verschont wurden, gaben sich die Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg kompromisslos: die drei großen Glocken mussten zum Jahreswechsel 1941/42 den Turm verlassen und wurden eingeschmolzen, nur die kleinste durfte auf dem Turm verbleiben. Der nach Kriegsende gewachsene Wunsch nach neuen Glocken konnte bereits 1950 durch die Fa. Gebhard, Kempten erfüllt werden. Für ihren Guss wurde die erhaltene Glocke des alten Hamm-Geläutes wohl eingeschmolzen, ihre Spuren verlieren sich jedenfalls an dieser Stelle. 1954 erfolgte schließlich die Vervollständigung des Geläutes mit dem Guss der großen Luther-Glocke, wiederum in Kempten. Doch auch wenn man es vermuten könnte, ist damit die Geschichte des Geläutes der Johanniskirche noch nicht vollendet. Unter dem glockenbegeisterten Pfarrer Jürgensmeyer sollte mit dem Guss eines fünfstimmigen Geläutes für die Katharinenkirche im Jahr 1970 eine gänzliche Neuordnung der Bechhöfer Kirchenglocken erfolgen. So entstanden im Sommer 1972 auch drei neue Glocken für die Johanniskirche in der Heidelberger Glockengießerei, um in Zukunft ein harmonisches Gesamtgeläute zwischen den beiden benachbarten Kirchen zu ermöglichen. Am 5. November verließen die Gebhard-Glocken aus der Nachkriegszeit, mit Ausnahme der großen Luther-Glocke (cis'), aus klanglichen Gründen den Turm der Johanniskirche, sodass daraufhin die drei neuen Glocken (e' fis' gis') aus Heidelberg aufgezogen werden konnten. Sie bilden zusammen mit der klangfülligen Luther-Glocke das heutige Geläute von St. Johannis. Nachdem bereits 1986 statische Schäden am Turm auftraten, erfuhr u. a. die Läuteanlage eine Sanierung, in deren Rahmen auch Obergewichte verbaut wurden. So erklingt heute, mit einem Gesamtgewicht von vier Tonnen, vom Turm der Johanniskirche ein durchaus stattliches Geläute, welches sich zu besonderen Anlässen gemeinsam mit den fünfstimmigen Diskantgeläut der Katharinenkirche zu einem äußerst klangschönen- und gewaltigen Glockenchor vereint.
Gl. 1 | Martin-Luther | cis' | 1600 kg | 1470 mm | Engelbert Gebhard, Kempten (1954)
Gl. 2 | Johannes | e' | 1050 kg | 1210 mm | Karl Stumpf, Heidelberg (1972)
Gl. 3 | Erzengel | fis' | 750 kg | 1070 mm | Karl Stumpf, Heidelberg (1972)
Gl. 4 | Taufe | gis' | 600 kg | 970 mm | Karl Stumpf, Heidelberg (1972)
Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde in Bechhofen finden sich Informationen in der Vorstellung des Geläutes der Katharinenkirche, der ehem. Schlosskapelle und Pfarrkirche des Ortes aus dem 14. Jahrhundert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie zu klein für die wachsende Kirchengemeinde geworden, sodass ein zweites Gotteshaus entstehen sollte. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Königreich Bayern konnte der große Kirchenbau im Jugendstil von 1914 bis 1922 errichtet und zum dritten Advent 1922 geweiht werden. Während Altar, Kanzel und Kronleuchter noch aus Erbauungszeit des Gotteshauses stammen, entstand der Taufstein erst 1938. Das Orgelprospekt wurde 1922 in der Fa. Holländer, Feuchtwangen geschaffen, das Innenleben des Instruments jedoch mehrfach erneuert. Nahe der Kanzel findet sich zudem der sog. Fürstenstand, welcher allerdings nicht genutzt wurde und wird, sondern als weiteres Zierelement des Jugendstils in der Kirche dient.
Ablauf des Videos:
00:00 Eindrücke der Kirche, Geläute "von außen"
[01:00 Zusammenläuten, Johannis & Katharina]
02:45 Einzelglocken
11:15 Vollgeläute
Zum Geläut der Katharinenkirche: ( • Bechhofen (AN) Glocken der evang.-luth. Ka... )
Herzlich danken möchte ich Herrn Baumgärtner für die Ermöglichung der Aufnahme, sowie Felix für das schöne Wochenende.
Quellen:
Dommel, Herbert (2005), St. Johanniskirche, Bechhofen an der Heide.
Text, Ton und Bild: Ben Schröder, "Glockenzeit." Verwendung nur mit Genehmigung des Verfassers.
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