Feuchtwangen (AN) Glocken der evang.-luth. Johanniskirche (Turmaufnahme)
Автор: glockenzeit
Загружено: 2021-06-24
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Inmitten der historischen Altstadt Feuchtwangens befindet sich die evangelische Johanniskirche, welche über ein hochbedeutsames, geschichtsträchtiges Geläute, bestehend aus vier Glocken verfügt und sicherlich ein wenig zu Unrecht im Schatten der bekannten Stiftskirche steht. Dabei hängen die Historie von Stiftskirche, Johanniskirche und deren Geläute eng zusammen. So gehören die beiden kleinen, uralten Glocken zur Erstausstattung der Stiftskirche, befinden sich aber heute im Johannisturm. Auch wenn davon auszugehen ist, dass sich bereits zur Erbauungszeit des Turmes zwei Glocken darin befunden haben, hat sich bis heute nur die große Marienglocke als Originalausstattung erhalten können. Diese wurde, gemeinsam mit einem weiteren Instrument 1484 von der Familie der Glockengießer zu Nürnberg gegossen, wird vom für diese Gießhütte typischen Zinnenfries verziert und trägt das Ave Maria als Schulterinschrift. Aus dem späten 15. Jahrhundert stammt auch noch der urige Holzglockenstuhl, welcher sich mit Ober- und Unterbau im Kern bis heute hat erhalten können. Nachdem 1780 noch eine dritte Glocke ihren Platz im Turm gefunden hatte, blieb der dreistimmige Geläutesatz bis zum 1. Weltkrieg unverändert. Erst mit dem Umguss der kleineren Glocke von 1484 in Rothenburg und dem Einschmelzen der Glocke von 1780 zu Kriegszwecken veränderte sich der Bestand wieder. Im 2. Weltkrieg mussten schließlich sämtliche Glocken abgenommen werden - während die kleineren Instrumente sofort vernichtet wurden, überstand die große Marienglocke den Krieg glücklicherweise auf dem Hamburger Glockenfriedhof und konnte nach ihrer Rückkehr wieder im Johannisturm aufgehangen werden. Der nunmehr glockenlose Turm wurde zwischenzeitlich mit zwei, aus der Stiftskirche stammenden Instrumenten bestückt, darunter die Evangelistenglocke von 1320 und eine besondere Kostbarkeit: die Vaterunserglocke von 1175. Sie wurde wohl anlässlich des Neubaus der Stiftskirche vor Ort gegossen und stellt eine der wenig erhaltenen Zuckerhutglocken auf mittelfränkischen Gebiet dar. Auffällig ist daneben die kleeblattförmige Krone, welche die steile Flanke der Glocke krönt. Ein echtes Unikat! Nachdem man mit dem eigenwilligen Klang des historischen Ensembles nicht vollends zufrieden war und ab 1998 mit der Sanierung der Glocken in Stifts- und Johanniskirche begonnen hatte, stiftete die damalige Gnadenkonfirmandin Els Kreiselmeyer 1999 die Tauf- und Morgenglocke, welche die bisherige Klanglücke zwischen Vaterunser- und Marienglocke schließen soll. Im Zuge dessen wurde außerdem der historische Glockenstuhl gründlich saniert und sämtliche Glocken mit Eichenholzjochen ausgestattet, sodass die älteste Glocke der Region und das gesamte, farbenfrohe Geläute bis heute in vollem Klang über der Stadt erklingen können. Auch wenn die Disposition offiziell als ces'' es'' ges'' as'' angegeben wird, liegt sie doch dem Höreindruck nach eher bei der u. g. Tonfolge c'' es'' as'' b''. Lediglich beim Geläute aller Glocken ist der Summationston f''/ges'' zu vernehmen.
Gl. 1 | Marienglocke | c'' | 500 kg | 900 mm | Fam. Glockengießer, Nürnberg (1484)
Gl. 2 | Taufglocke | es'' | 187 kg | 668 mm | Albert Bachert, Heilbronn (1999)
Gl. 3 | Vaterunserglocke | b'' | 147 kg | 550 mm | unbezeichnet (um 1175)
Gl. 4 | Evangelistenglocke | as'' | 145 kg | 560 mm | Sifridus (I.) Glockengießer, Nürnberg (1320)
Erstmals erwähnt wird die heute an der romantischen Straße gelegene Stadt Feuchtwangen um 818/19 in einer Urkunde des Benediktinerklosters St. Salvator. Bereits zu dieser Zeit soll eine erste Taufkapelle, die dem Hl. Johannes geweiht war, existiert haben. Während die Stiftskirche ursprünglich dem Konvent des Klosters gedient hatte, war St. Johannis Stadtpfarrkirche. Nachdem zur Jahrtausendwende ein romanischer Sakralbau aus Stein errichtet wurde, fügte man an diesen um 1150 die romanischen Untergeschosse des Kirchturmes an. Der heutige Chorraum der Johanniskirche mitsamt seinen Ausmalungen im Gewölbe entstand wohl zum Ende des 14. Jahrhunderts, bevor das Gotteshaus 1414 nochmals erweitert wurde. Ab 1484 hatte man den Turm schließlich auf die heutige Höhe aufgestockt, auch wenn im Laufe der Jahrhunderte noch einige Bauarbeiten an diesem stattfinden sollten. So präsentiert sich die Kirche im Wesentlichen bis zum heutigen Tag. Kurze Zeit später hielt die Reformation Einzug. Besondere Ausstattungsstücke sind neben Taufstein, Kanzel und Sakramentshaus aus dem 15. Jahrhundert der Altar aus dem frühen Barock.
Ablauf des Videos:
00:00 Impressionen der Kirche, historisches Geläute
02:30 Einzelglocken
08:15 Geläute aller Glocken
Herzlich danken möchte ich Angela Beck für die Ermöglichung der Aufnahme, sowie Felix für das schöne Wochenende. Sein Video: • Feuchtwangen (AN) Glocken der Johanniskirche
Literatur:
Leder, Klaus (2007) Hör' ich eine Glocke läuten: Kirchen, Glocken und Turmuhren in Feuchtwangen S. 11-47
Text, Ton und Bild: Ben Schröder, "Glockenzeit". Verwendung nur mit Genehmigung des Verfassers.
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