Es war einmal ... eine normalspurige Nebenbahn Grevesmühlen - Klütz(Meckl)
Автор: Jochen Pursche's Rock'n'Rail Channel
Загружено: 2023-11-22
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Allem voran - jede Maßnahme, die dazu dient, eine Strecke "Strecke" bleiben und sie nicht als Radweg oder gar 'Biotop' enden zu lassen, ist zu begrüßen! Nichtsdestotrotz darf jeder zu jedem Ding seine eigene Meinung haben. Aber der Reihe nach...
Der wohl größte historische Fehler beim Bau und Betrieb dieser am 06. Juni 1905 eröffneten Strecke war, sie nicht in das schon damals aufstrebende Ostseebad Boltenhagen zu verlängern. Selbstverständlich hatte sie in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens ihre Daseinsberechtigung allein mit der Versorgung der Stadt Klütz und deren Umland. Der Reiseverkehr begann jedoch bereits zu schwächeln, als der Kraftverkehr in den 1920er und 1930er Jahren aufkam und man nun direkt mit dem Bus nach Wismar fahren konnte, worauf Klütz seit eh und je ausgerichtet war und ist. Der Bahn verblieb der Verkehr nach Grevesmühlen, was später die Kreisstadt war, und etwas Umsteigeverkehr "in die weite Welt". Doch das hielt sich lange...
Dazu trug auch bei, daß der Betrieb mit relativ wenig Aufwand geführt werden konnte. Es pendelte immer nur ein Zug auf der Strecke, Kreuzungen waren auch nirgendwo möglich. Bis zur Wende fuhren jahrzehntelang eine Vielzahl der Züge als GmP, was sich nicht außerordentlich negativ auf die Fahrzeit auswirkte, denn auf den Unterwegsstationen - eigentlich kam nur Reppenhagen in Frage - war der Rangieraufwand überschaubar. Und anders als nach Wismar, waren nach Grevesmühlen die Straßenverhältnisse eben nicht so, daß der Bahn ernsthafte Konkurrenz entstanden wäre. Jedenfalls bis zum Einsetzen der Motorisierung nicht..
So lief das mehr oder weniger unspektakulär über all die Jahrzehnte, doch der Gedanke, was hätte sein können, wenn die Bahn bis Boltenhagen gefahren wäre, läßt schon 'Träumereien' aufkommen.. Wäre sie heute noch da? Oder wäre sie wie die Darßbahn 1945 Reparationsleistung geworden und nie wieder in Betrieb gegangen? Egal - sie ging nie dahin!
An dieser Stelle möchte der Autor eine Annektode einflechten, die etwas Einblick in die "unspektakuläre" Zeit der 1970er Jahre gewährt. Klütz lag zwar noch weit genug weg von der damaligen Grenze zur BRD, aber nicht weit genug, um nicht schon Gebiet zu sein, wo besonders Jugendliche, die man nicht kannte, ganz besonders im Blick waren.
Wir schreiben den 17. Juli 1972. Der Autor ist mit einem Freund auf einer Tour quer durch den Norden der DDR, um Strecken zu bereisen. An diesem Tag werden wir uns in Klütz "die Nacht um die Ohren schlagen" müssen, denn wir fanden kein Quartier. Nun - mit 20 macht man das, aber selbst aus dieser Sicht ist es eine "strapaziöse" Erinnerung.. 😉
Es ist schon spät, wir kommen gegen 23.00 Uhr mit dem letzten Bus von Wismar in Klütz an, um früh um 5.54 Uhr mit dem GmP 68800 nach Grevesmühlen zu fahren. Kaum sind wir aus dem Bus gestiegen, quatscht uns ein Einheimischer mittleren Alters an: "Na, Jungs - wollt ihr nach Wismar oder nach Lübeck..?" Heute gäbe es auf eine dumme Frage wohl eine dumme Antwort (er ist selbst mit uns aus dem Bus von Wismar gestiegen!), aber da wir 'gut erzogene' Jugendliche sind, antworten wir älteren Personen wahrheitsgemäß. 😂 "Weder, noch.." Und wir sagen, was wir vor haben. Das ist dem Herrn wohl dann doch "zu hoch", und er geht kopfschüttelnd seines Weges.
Vielleicht hatte es was Gutes, es kamen keine weiteren "Neugierigen", die "Fragen" an uns hatten..
Die Bahnhofsbank von Klütz, sie stand an der zur Ladestraße gewandten Giebelseite, bleibt in ewiger Erinnerung, eingedenk jeder gequetschten Rippe am Morgen.. Bei der Fahrt 1995 fand der Autor sie nicht mehr vor, sie war wohl inzwischen aus Altersschwäche dahin gegangen..
Es sind solche und ähnliche Erinnerungen, die unsere Leidenschaft hoch halten - und uns antreiben, immer weiter zu machen!
Die Zeit ging weiter, und es kam die Wende 1989. Plötzlich war alles 'nicht mehr wahr'.. Und voller Euphorie für die neue weite Welt, Autos, die man gleich mitnehmen konnte (auch wenn so manches den heimischen Hof nicht erreichte), volle Geschäfte und und. Ja, irgendwie betraf es jeden, und es war ja auch gewissermaßen 'verdient'.. Das, was schief lief, kam ja erst später..
Was jedoch nicht "später", sondern unmittelbar einsetzte, war der landesweite Zusammenbruch des Schienengüterverkehrs, so wie ein 'stiller Protest' der Wirtschaft gegen den im Sozialismus für fast alles verordneten Bahntransport. Unsere Strecke nahm also die Entwicklung nach unten wie fast jede andere Nebenbahn im Osten. 1994 endete der Restgüterverkehr, zum 26.05.1995 erfolgte die Abbestellung des Reiseverkehrs.
Doch 1997 konnte eine Gesellschaft der Strecke neues Leben einhauchen mit Tourismusverkehr, der sich jedoch wegen internen Problemen der Betreiber 2005 in Luft auflöste. Es kam dann zum Abbau der Strecke.
Ab 2012 wurden 7 km bis zum Hof Gutow als 600mm-Bahn wieder aufgebaut und dort besteht bis heute Tourismusverkehr. Womit wir wieder bei den einleitenden Sätzen sind. Nun ja..
Gute Reise! Und wie immer half Wikipedia.
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