"Vor deinen Thron tret ich hiermit" BWV 668 live - "Bach à la Schweitzer" - Rainer Noll, Orgel
Автор: Rainer Noll
Загружено: 2025-10-15
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Rainer Noll spielte den Orgelchoral "Vor deinen Thron tret ich hiermit" BWV 668 im Gesprächskonzert "Bach à la Albert Schweitzer" zu Schweitzers 150. Geburtstag und 60. Todestag auf der Walcker-Orgel (1905) der Oranier-Gedächtniskirche in Wiesbaden-Biebrich am 14. September 2025 im Geiste Schweitzers:
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1:18 Vor deinen Thron BWV 668
Besonders die Mystik dieses Werkes kommt in dieser Interpretation zur Geltung.
Bach soll diesen Choral einem Freund (meist wird sein Schwiegersohn Altnikol genannt) auf dem Sterbebett in die Feder diktiert haben, als er schon erblindet war - was wohl ins Reich der Legende gehört. Richtig ist, dass dieses letzte Werk der "Leipziger Choräle", an deren Revision Bach bis zuletzt arbeitete, von fremder Hand geschrieben wurde und nur als Fragment erhalten ist (siehe Notenbeispiel). Das vollständige Werk ist aber im Erstdruck der "Kunst der Fuge" als Partitur (siehe Notenbeispiel) überliefert, da Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel es bei der Veröffentlichung als Abschluss nahm, weil sein Vater über der letzten, unvollendeten Fuge gestorben war.
Albert Schweitzer zu BWV 668:
Die sich darin offenbarende kontrapunktische Kunst ist so transzendent, dass eine einfache Beschreibung kaum ein Bild davon zu geben vermag. [Plattentext]
Größer noch als die in dieser Musik zur Anwendung gelangende Kunst ist der Geist, der in ihr waltet. Man könnte sie überschreiben „Tod und Verklärung“. Der Schmerz ist überwunden. Überirdischer Friede redet aus diesen Tönen. Aus dem irdischen Jammertal ist Bach herausgetreten und wandelt auf der Höhe zu Gott hin. [Die Konzerttätigkeit von AS, S. 107]
Jeder Melodieabschnitt wird in einer Fuge behandelt, in welcher die Umkehrung des Themas jedesmal als Gegenthema figuriert. Dabei fließen die Stimmen so natürlich einher, dass man schon nach der zweiten Zeile der Kunst nicht mehr gewahr wird, sondern ganz unter dem Banne des Geistes steht, der aus diesen G-dur-Harmonien redet. Über dem Ganzen leuchtet das Wort: Verklärung! [BB, S. 195]
Die Ausführung sei so schlicht wie möglich, damit man nicht Gefahr laufe, sich in üblem Modernisieren am letzten Stücke des Meisters zu versündigen.
Wenn Bachs Choralvorspiele so oft auf den Hörer keinen tiefen Eindruck machen, so liegt es nicht zum kleinsten Teil daran, dass ein Stimmgewebe, das in einer runden, weiten Klangfarbe zu Gehör kommen soll, in einem engen, ärmlichen Piano einhergeht, und von einem überstarken Cantus firmus erdrückt wird, statt sich neben ihm, ohne ihn am Durchdringen zu hindern, natürlich behauptet.
Und weil die Mittelstimmen in dem letzten Choral Bachs, um des erstrebten rührenden Eindrucks wegen, gewöhnlich überleise hingesäuselt werden und dieser so von allen fast am meisten entstellt wird, sei die Wahrheit bei ihm mit besonderem Nachdruck verfochten.
Merkwürdigerweise wollen Wilhelm Rust, der die Achtzehn Choräle anno 1878 für die Große Bachgesellschaft herausgab, und Philipp Spitta des letzte Werk Bachs als eine Überarbeitung der kurzen Komposition des Orgelbüchleins über „Wenn wir in höchsten Nöten sein“ [BWV 641] auffassen. Beide haben nichts miteinander gemein. Der Orgelchoral des Orgelbüchleins ist eine kurze Paraphrase, aus der nie ein fugierter Choral werden konnte. [Vorworte, S. 260]
[Zitat Ende]
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Mit dieser letzten Äußerung irrt Schweitzer:
Bach greift hier zurück auf genau dieses Choralvorspiel "Wenn wir in höchsten Nöten sein" BWV 641 aus dem "Orgelbüchlein" (siehe • Rainer Noll spielt Johann Sebastian Bach: ... ), indem er jeder Zeile eine fugierte Einleitung (mit Umkehrung des aus dem Choral gewonnenen Motivs als Kontrasubjekt, auch in Vergrößerung und Verkleinerung) nach Pachelbel-Manier voran stellt und die in der norddeutschen Schule übliche Kolorierung der Melodie aufhebt, wie er diese generell in allen seinen späteren Choralbearbeitungen nicht mehr anwendete. Ansonsten übernimmt er während die Melodie erklingt fast wörtlich die Orgelbüchlein-Version und erweitert sie durch die fugierten Einleitungen von 9 auf 45 Takte.
Von Bedeutung mag die Änderung des Titels "Wenn wir in höchsten Nöten sein" in den des zur gleichen Melodie gesungenen Chorals "Vor deinen Thron tret ich hiermit" sein, da Bach wohl die "höchsten Nöte" innerlich überwunden hatte und das Nahen der Todesstunde fühlte, um vor Gottes Thron zu treten.
RN
Zur Interpretation Rainer Nolls:
https://erbacher-hof.de/schweitzer/te...
Homepage: https://www.erbacher-hof.de
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