Demokratie braucht Streitkultur - mit Jacques Tilly
Автор: Giordano-Bruno-Stiftung
Загружено: 2025-09-23
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In dieser Folge von „Sinnerfüllt – Humanistische Lebensgeschichten“ gibt Jacques Tilly Einblicke in seine jahrzehntelange Arbeit als Gestalter von satirischen Karnevalswagen, die weit über das Rheinland hinaus ihre Wirkung entfalten. Wenn an Rosenmontag ein Wagen durch die Straßen zieht, auf dem Trump und Putin einen schreienden Selenski zwischen ihren Händen zerquetschen, gehen die Bilder davon um die ganze Welt. Grund hierfür ist sicherlich der weltweit einmalige Härtegrad der satirischen Darstellungen, der vom Düsseldorfer Karnevalsverein als ausgelebte Narrenfreiheit verstanden und mit tiefer Überzeugung verteidigt wird.
Anhand der Reaktionen der porträtierten Personen und Institutionen lässt sich bemessen, wer mit Kritik umgehen kann und wer nicht – ein wichtiges Merkmal demokratischer Gesinnung. Verschont wird dabei niemand. Von Weidel, Merz und Scholz bis hin zu Erzbischöfen und den Karnevalsvereinen höchst selbst – wer aus Tillys Sicht Kritik und Spott verdient, bekommt sie auch. „Was wir den Christen zumuten, müssen wir den Muslimen auch zumuten“, so Tillys klare Haltung zu Islamkritik, die nicht fälschlicherweise als Diskriminierung von Minderheiten verstanden werden sollte. Wichtig ist ihm dabei, dass seine Werke überparteilich sind. Tilly versucht, die zentralen gesellschaftspolitischen Konflikte herauszuarbeiten und gleichzeitig mit seiner Kritik einen gewissen Grundkonsens in der Bevölkerung zu finden. Diese Kritik in ein simples und ausdrucksstarkes Bild zu gießen, ist die hohe Kunst, die Tilly seit 40 Jahren wirksam auf die Straße bringt.
Bitte entschuldigt das gelegentlich auftretende Klopfgeräusch. Die Folge wurde in einer unkontrollierten Umgebung aufgezeichnet.
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