Historischer Überblick von Langbogen in Europa
Автор: Holger Riesch
Загружено: 2025-10-14
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Traditionelle Langbogen aus Hölzern wie Eibe mit rundlichen, ovalen oder D-förmigen Profilen hatten in Europa eine alte Tradition. Technisch vereinfacht formuliert, wurden sie bereits im Neolithikum entwickelt und in baulichen Varianten während der Bronzezeit fortgeführt.
Uns interessieren hier in erster Linie Informationen über Langbogen in historischen Zeitläufen. Aus der Antike gibt es für Langbogen mehr bildliche als archäologische Belege. Das gilt für die Nuragenkultur auf Sardinien, die Bogenwaffe der Kreter, Etrusker oder der Kelten. Aus der Eisenzeit kennen wir im germanischen Raum als Funde mannshohe Eibenbogen. Ihr Grundmuster wurde in der Spätantike, der Merowinger- und Karolingerzeit prinzipiell beibehalten. Eine gewisse Ausnahme bilden die elaborierten alamannischen Langbogen (Eibe, Ulme) von Oberflacht am Lupfen.
Langbogen der Wikinger aus Eibenholz hatten als Stilmerkmal einen nach Innen gekrümmten Sehnenüberstand. Es gibt solche Bogen als archäologische Funde (Haithabu etc.) und auf Bilquellen wie dem berühmten Teppich von Bayeux. Hochmittelalterliche Bildzeugnisse ("Hortus Deliciarum") und einzelne Bogenfunde belegen ebenfalls die Weiternutzung von Langbogen aus Eibe in Europa. Typisch ist der farblich heller bräunliche Rücken (Splintholz) und der dunklere Bogenbauch (Innenseite) mit dem Kernholz. Allerdings hatten Langbogen auf dem Kontinent eine starke Konkurrenz durch die mittelalterliche Armbrust mit Holz-, Horn- und schließlich Stahlbügeln. Auch der Feudalismus mit Jagd- und Waffenmonopolen schränkte den Bogengebrauch ein.
Wesentlich anders verlief die Entwicklung des Bogenschießens auf der britischen Insel. Dort wurde seit dem Spätmittelalter eine ausgeprägte Bogenkultur gepflegt, die auch eine breitere Bevölkerung betraf. Der technologisch erfolgreiche, englische "longbow" mit Hornnocken nahm dadurch Einfluss auf das Bogenschießen in Frankreich, Burgund und dem Heiligen Römischen Reich.
Holger Riesch: Pfeil und Bogen in der Römischen Kaiserzeit. Originäre und überkulturelle Aspekte der Bogenwaffe während der Antike und Spätantike. 3. Aufl. Ludwigshafen. Verlag Angelika Hörnig. 2022
Holger Riesch: Pfeil und Bogen zur Merowingerzeit. Eine Quellenkunde und Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Bogenschießens. Wald-Michelbach. Karfunkel Verlag. 2002
Holger Riesch: Archery in Renaissance Germany. In: Journal of the Society of Archer Antiquaries. London, 38 (1995) S. 63-67
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