Teil 4: Verschonungsregel & Betriebsvermögen: Prof. Kirchdörfer erklärt Fakten zur Erbschaftsteuer
Автор: Stiftung Familienunternehmen und Politik
Загружено: 2026-10-11
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Unser Vorstand Prof. Rainer Kirchdörfer erklärt im Interview mit Dr. David Deißner, von der Stiftung Familienunternehmen und Politik, die umstrittene Verschonungsbedarfsprüfung bei der Erbschaftsteuer. Warum werden Betriebsvermögen über 26 Millionen Euro anders behandelt? Und ist es wirklich skandalös, wenn Unternehmenserben keine oder kaum Erbschaftsteuer zahlen?
❓ Was ist die Verschonungsbedarfsprüfung bei der Erbschaftsteuer?
Prof. Kirchdörfer erläutert, dass die Verschonungsbedarfsprüfung ein Produkt der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist. Bei Übertragungen von Betriebsvermögen über 26 Millionen Euro wird geprüft, ob der Erbe privates Vermögen besitzt, das zur Zahlung der Erbschaftsteuer eingesetzt werden kann. Liegt solches Vermögen vor, müssen 50 % des Privatvermögens und 50 % des nicht betriebsnotwendigen Verwaltungsvermögens für die Steuerzahlung verwendet werden.
❓ Warum werden kleinere Unternehmen (unter 26 Mio. €) anders behandelt?
Laut Prof. Kirchdörfer unterliegt die Vererbung kleinerer Unternehmen keiner Verschonungsbedarfsprüfung. Allerdings gelten auch hier strenge Auflagen: Die Lohnsumme darf sich in den nächsten 5-7 Jahren nicht verringern, das Unternehmen darf nicht verkauft werden, und es dürfen keine höheren Entnahmen gemacht werden. Diese Einschränkungen sollen sicherstellen, dass die Verschonung von Betriebsvermögen ihren Zweck erfüllt – den Erhalt von Arbeitsplätzen.
❓ Beteiligen sich vermögende Familien nicht an den Staatskosten?
Prof. Kirchdörfer widerspricht dieser Behauptung deutlich. Der Großteil der Ertragssteuern komme von vermögenden Menschen. Die Hälfte der Ertragssteuern in Deutschland werde bereits von 10 % der Bevölkerung bezahlt. Die Aussage, reiche Menschen beteiligten sich nicht an den Staatskosten, sei schlicht unwahr. Die Zunahme von Vermögen bei Reichen sei eine normale Entwicklung in lang andauernden Demokratien und industriellen Verhältnissen – dies beobachte man überall auf der Welt.
❓ Sind 171 Milliardäre in Deutschland ein Problem?
Prof. Kirchdörfer sieht dies positiv: Diese Milliardäre haben ihr Vermögen in der Regel in Betrieben gebunden, schaffen Arbeitsplätze und fördern Einkommen. Gäbe es diese Unternehmer nicht, hätten wir deutlich weniger Wohlstand. Deutschland steht beim Bruttoinlandsprodukt auf Platz 3-4 weltweit – es sei völlig normal, dass wir auch bei der Anzahl vermögender Unternehmer auf diesem Niveau stehen.
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Teil 3: Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen: Prof. Kirchdörfer rechnet mit Mythen ab 👉 • 3. Teil Erbschaftsteuer auf Betriebsvermög...
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