Herzebrock-Clarholz/Clarholz, Pfarrkirche St. Laurentius - Vollgeläut
Автор: stahlglocke
Загружено: 2019-05-29
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1133 wurden von Rudolf von Steinfurt vom Kloster Cappenberg aus die Prämonstratenserkonvente Lette (Ordensfrauen) und Clarholz (Ordensmänner) als Doppelkloster gegründet. Als Klosterkirche wurde eine romanische Basilika mit Westriegel errichtet und 1175 geweiht, von ihr haben sich neben dem Westriegel noch die Ostkonchen in den Querhäusern und im Mauerwerk erkennbare Reste von Fensteröffnungen erhalten. Ob der Westriegel eine aufgesetzte Glockenstube besaß, lässt sich anhand der frei verfügbaren Quellen nicht eruieren. Von 1320-30 wurde die Basilika zu einer gotischen Hallenkirche umgestaltet, aus dieser Zeit haben sich die Gewölbemalereien und die kleinste Glocke des heutigen Geläutes erhalten. In der Barockzeit erhielt die Kirche eine neue Ausstattung, von der sich das Chorgestühl, die Kanzel und das Orgelgehäuse erhalten haben. Aus dieser Zeit stammt auch der neue Propsteibau südlich der Kirche. Das Kloster wurde in der Säkularisation aufgelöst, einige Prämonstratenser versahen aber noch die Pfarrseelsorge in Clarholz, die Klostergebäude sind im Besitz des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg, das Patronatsrecht der Fürsten über die Kirche wurde erst 1969 aufgehoben. 1821 kam Clarholz mit dem Dekanat Wiedenbrück vom Bistum Osnabrück an das Erzbistum Paderborn.
Ob der Westriegel jemals eine gemauerte Glockenstube besessen hat, lässt sich anhand der frei verfügbaren Quellen, wie schon erwähnt, nicht nachvollziehen. Ein historisches Gemälde zeigt bereits eine dem heutigen Befund ähnliche Ansicht – d. h. das Geläut wird schon länger im „Dachstuhl“ erklungen sein. Die heutige Bedachung mit Reiter dürfte in der Form auf die Renovierung der Kirche 1955-59 zurückgehen.
1942 bestand das Geläut der Klosterkirche aus 4 Glocken, erklingend in ~d‘ e‘ g‘ g‘‘. Ob es in früheren Zeiten mehr Glocken gegeben hat, ist nicht bekannt. Es waren vorhanden:
1. Laurentiusglocke von 1516
2. 12-Apostelglocke von 1922, Umguss der gesprungenen Vorgängerglocke von 1472, P&E
3. Annaglocke von 1719, erhalten, Bernhard Wilhelm Stuhle zugeschrieben
4. Kreuz- oder Angelusglocke von 1320, erhalten.
Die 3 großen Glocken wurden 1942 abgegeben, die Annaglocke hat man 1946 auf dem Hamburger Glockenfriedhof wiederentdeckt und zurückgeführt. Bereits 1945 bemühte man sich um ein neues Geläut, schnell wurden über einen Essener Metallhandel 5000 kg Bronze organisiert und der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher zum Guss des neuen Geläutes überlassen. Von den 4 geplanten Glocken gelangen zunächst nur die 3 größten, sie wurden am 1. Advent 1945 geweiht und bilden das erste Nachkriegsgeläut aus Gescher für das Erzbistum Paderborn. Die beiden kleinen Glocken, Nr. 5 kam hinzu, weil die 5t Bronze nicht aufgebraucht waren, wurden 1946 gegossen und Ostern geweiht. Die zurückgekehrte Annaglocke wurde dem Geläut 1958 hinzugefügt. Im Jahr 2001 ergänzte man eine dem sel. Adolph-Kolping geweihte Glocke, ebenfalls in Gescher gegossen, die kleinste Glocke wurde bei Lachenmeyer in Nördlingen restauriert.
Das Geläut hängt in einem Holzstuhl mit hist. Bestandteilen an Holzjochen neueren Datums. Die Kolpingglocke hängt im Turmreiter. Alle anderen Glocken hängen nebeneinander auf einer Ebene, was bei sparsam angeordneten Schallfenstern eine einheitliche Klangabstrahlung erschwert. In der vorgelegten Aufnahme dominieren standortbedingt die beiden großen Glocken, zu Beginn sollte aber die südlich neben ihnen hängende kleinste Glocke gut zu hören sein. Die 8 Glocken bieten ein sehr lebendiges Klangbild, die Glocken von 1945/46 sind, für die Gusszeit, beachtliche Leistungen der Gescheraner Gießerei.
Geläutedaten:
1. Laurentiusglocke - 1945
d‘, 1384 mm, 1644 kg
2. Marienglocke - 1945
e‘, 1232 mm, 1200 kg
3. Norbertglocke - 1945
fis‘, 1090 mm, 782 kg
4. Annaglocke - 1719
g‘, 1030 mm, 677 kg
5. Aloysiusglocke - 1946
a‘, 908 mm, 466 kg
6. Katharinaglocke – 1946
h‘, 807 mm, 315 kg
7. Adolph Kolping-Glocke – 2001
d‘‘, 693 mm, 207 kg
8. Kreuz- oder Angelusglocke – 1320
g‘‘, 680 mm, 269 kg
Aufnahme: F.T., Pfingstmontag, 05.06.2017, zur Erstkommunionfeier ab 8.45 Uhr, aus südwestlicher Frontale auf den Turmriegel.
Fotos: F. T. und eigener Provenienz.
Genutzte Quellen/Literatur:
Geläutedaten nach einem in der Sakristei der Kirche vorgehaltenen Informationsblatt mit Läuteordnung und Grunddaten, 2004 oder später.
Weitere Informationen zum Geläut: frdl. Mitteilung durch J. H. Stens, Köln.
Netzseite der KG zur Glockengeschichte, abgerufen am 26.05.2019: https://www.laurentius-clarholz.de/12...
Netzseite des Freundeskreises der Propstei Clarholz e. V., abgerufen am 26.05.2019: https://propstei-clarholz.de/
Wikipedia-Artikel zu Kirche und Kloster Clarholz, abgerufen am 26.05.2019: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Lau...)
O. Karnau/B. Pankoke: Schöne Kirchen in Ostwestfalen-Lippe, Aschendorff-Verlag, Münster 2004, S. 58-60.
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