What Shall We Do With The Drunken Sailor (Shanty nach einem irischen Marschlied) Melodie um 1825
Автор: duxdemontis98
Загружено: 2022-08-13
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What Shall We Do With The Drunken Sailor
(Windless- and Capstain-Shanty, Fall-Shanty)
basiert auf der Melodie des irischen Marsch-Liedes:
"Oró Sé do Bheatha 'Bhaile" um 1825
wehe, wenn im Segelschiffszeitalter ein Handelsmarine-Seemann wegen Volltrunkenheit infolge Versaufens der Heuer vorm Auslaufen, anstatt seiner ihm an Bord zugewiesenen Arbeiten nachzugehen, unterlassene Arbeiten den Mitstreitern der eigenen Wache aufhalste. Die Rache der Kameraden konnte schlimm sein, vielleicht schlimmer als vergleichbare Vorkommnisse etwa bei der Britischen Navy geahndet wurden, in der Auspeitschen, in Ketten-Legen und monatelanges Schmachten in einem Bilge-Raum, Kielholen und bei schweren Verbrechen Tod durch Erhängen an einer Rahnock noch lange (Captains word is law) auf der Tagesordnung standen. Das Gruselkabinett an dem armen Trunkenheitsopfer zufügbaren Grausamkeiten (wie man an einigen der vielsagenden Strophen des Shanties erkennen kann) war ebenso umfangreich wie willkürlich und reichte vom harmlosen Rausch-Ausschlafen-Lassen im Langboot, über scharf-brennende Senfpflaster auf den Rücken kleben bis hin (wie Loki am Galgen) kopfüber Aufgehangen-Werden an einer Leine oder einem Tau mit Palsteg (seemänischer Knoten). Oder man steckte den Kopf des Delinquenten, ein trichterförmiges Schlauch-Mundstück diesem als Krone aufgesetzt, in ein Speigatt.
Wahrer Sadismus kannte zu allen Zeiten kaum Grenzen. Und er stirbt auch nie aus, der Sadismus. Aber halt - und Kommando zurück! Singende Matrosen - Sadisten, die einem "entgleisten" Kameraden auf brutale Weise Mores lehren?
Aber könnte es sich - bei Liedbetrachtung - nicht vielmehr um so etwas wie die "gesungenen Inhalte der Gesetzestafeln des Hamurabi" handeln: wer das oder das tut, wird so und nicht anders bestraft. Das dann wohl wieder doch nicht, wenn die Rechtsfolgen nach der Verfehlung einen so großen Konjunktiv beinhalten. Der eine kriegt mit der "Neunschwänzigen" die Pelle abgezogen; der andere darfs sich im Beiboot unter einer Persenning gemütlich machen. Alles in allem hatten die vom Vorsänger animierten in den Refrain einstimmenden Sailors schon der Vorstellung halber verschmitzen Spaß. Harter Seemannsalltag war so für einen Augenblick lang in andere Vorstellungssphären entrückt. Das Absingen eines überaus beliebten Shanties nahm also (ähnlich wie heutzutage ein Hooligan-Schlachten-Song im Fußballstadion) eine Menge Druck aus dem Kessel.
Was textlich einfach und demnach eingängig ist, braucht nicht erst, zumal die Weltsprache Englisch im Spiel ist, die die meisten Seefahrer ersprießlich beherrschen, in andere Sprachen - etwa ins Deutsche - übersetzt werden. Auch auf "deutschen" Windjammern mit seinerzeit noch überwiegend deutschen Besatzungen wurde dieser Shanty kurz nach seinem Entstehen zum Dauerbrenner. Von der Handelsmarine erfolgte die Übernahme ins Repertoire der Kriegsmarine, obwohl während des täglichen Dienstes an Bord eines (Segel-)Kriegsschiffs "auf Kriegs-Marsch" nicht gesungen wurde. Das blieb dann den längeren Werftliegezeiten, wobei große Teile der Mannschaft während der Überholungen an Bord verblieben, vorbehalten. Oder man sang im Zuge ab und an gewährter "Kameradschaftsabende" an Bord während eines mal mehr, mal weniger langen, manchmal endlosen und somit vielleicht eintönigen überseeischen Stationsaufenthalten. Oder man sang, zu Landgangtrupps formiert (und Urlaub bis zum Wecken), in einer Hafenspelunke nach fortgeschrittenem Genuß geistiger Getränke unser allseits beliebtes: "What shall we do ...". Das Ti-Age dabei zum deutschen Ze oder Se verhunzt ... "Watt schell wie du wiz se dranken Zäiler ...". Und britische, französische oder amerikanische in dieselbe Taverne eingekehrte Matrosen, deren Hauptgegner eigentlich immer nur die Unbilden des Wetters sowie eine immer unkalkulierbare See ist, schlossen alsbald den sangesfreudigen, völkerverbindenden Kreis.
Zwischen 1884 und der Jahrhundertwende, Segelkriegsschiffe mit Hilfsmaschine hatten sich weitgehend in Kriegsschiffe mit gelegentlich noch Hilfsbesegelung verändert und der Hoch-Zeit kolonialer Erwerbungen, kamen bei der kaiserlichen Marine zunehmend rein deutsche Seemannslieder (teils mit plattdeutschem Anklang) in Gebrauch. Die patriotischen Lieder aus und nach den "Befreiungskriegen" (etwa: Die Wacht am Rhein) sang man ohnehin oft und viel; die neuen Soldatenlieder infanteristischen Ursprungs, von vor, während und nach den "Einigungskriegen" ebenso. "War das nicht eine Freude als mich der Herrgott schuf - ein Kerl wie Samt und Seide - nur schade, dass er suff."
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