Glocken der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dettingen am Main
Автор: glockenzeit
Загружено: 2024-09-12
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Glocken der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dettingen am Main
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dettingen am Main, einem Ortsteil von Karlstein, gilt als erster moderner Kirchenbau in Deutschland. Das dreistimmige Eisengeläut, welches 1922 von der Fa. Ulrich & Weule in Bockenem am Harz gegossen wurde zählt dabei noch zur Erstausstattung der Kirche.
Urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft "Tettinga" im Jahre 975. Einen ersten steinernen Kirchenbau, geweiht dem Hl. Hippolyt, hatte man im 12. Jahrhundert errichtet und um 1445 erneuert. Mit der aufkeimenden Industrialisierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchsen Ort und Pfarrgemeinde an, ein neuer Kirchenbau wurde nötig. Nach jahrelangen Vorüberlegungen und dem Kauf eines Grundstücks am damaligen Ortsrand ging der Bau nach Amtsantritt von Kaplan Hugo Dümler am 1. Januar 1922 rasch voran: Trotz Inflation wurde noch im Sommer 1922 mit dem Bau begonnen, die Weihe erfolgte bereits am 1. Juli 1923.
Im Vergleich zum basilikalen Grundriss von St. Peter und Paul erscheint der vorgelagerte querrechteckige Westturm wenig traditionell. Im obersten Turmgeschoss befindet sich das dreistimmige Geläut. Die Glocken hatte man noch im Herbst 1922 angeschafft, sie wurden am 31. Oktober in Dettingen angeliefert. Nach Ende des 1. Weltkrieges und zu Hochzeiten der Inflation sprach vieles für die Anschaffung von Eisenglocken: eingeschränkte Verfügbarkeit des Materials, horrende Preise - zudem hatte man in St. Hippolyt bereits Erfahrungen mit der Gießerei gemacht.
Im 2. Weltkrieg sollte sich die Wahl des Materials auszeichen: Eisen galt im Gegensatz zur begehrten Glockenbronze nicht als kriegswichtiges Material, weshalb das Geläut noch heute erhalten ist.
Die Glocken befinden sich in einem Holzglockenstuhl, der zwar recht platzintensiv ist, sich aber aus akustischen und auch konservatorischen Gründen bis heute bewährt. Ursprünglich war auch der Einbau eine Turmuhr beabsichtigt. Dominikus Böhm hatte zwei Ziffernblätter in Höhe der Glockenstube vorgesehen, die Bohrungen für das Gestänge der Zeiger wurden bereits gesetzt. Bis heute kam es nicht zur Ausführung dieser Planungen.
Letztmalige Veränderungen am Geläut ergaben sich in den 1980er Jahren: an den Klöppeln der beiden großen Glocken hatte man Bronzepuffer angebracht, um das Material zu schonen; der Klöppel der kleinen Glocke wurde getauscht.
2023 konnte der 100. Weihetag von St. Peter und Paul mit einer Reihe an Veranstaltungen begangen werden - den bereits 1922 gegossenen Glocken soll nun nachträglich mit diesem Beitrag gedacht werden, gehören sie doch damals wie heute zu einem geringen Anteil an Eisengeläuten auf dem Gebiet des Bistums Würzburg.
Technische Daten der Glocken
I. Ton: dis'-0,5
1950 kg, 1653 mm, U&W (1922)
II. Ton: fis'+0,5
1100 kg, 1351 mm, U&W (1922)
III. Ton: gis'+1,5
750 kg, 1206 mm, U&W (1922)
U&W = Gebr. Ulrich&Weule, Bockenem am Harz
Hinweis und Quellenangabe: Viele wissenswerte Details zur Dettinger Pfarrkirche finden sich, anlässlich des Jubiläumsjahres 2023 zusammengestellt, auf der Webseite dettinger-passion.de. Auch für Glockeninteressierte durfte der Verfasser dort in einem Beitrag Geschichte des Geläutes sowie musikalische und technische Daten dokumentieren: https://dettinger-passion.de/glocken/, Stand 12.09.24.
Herzlichen Dank dem Kirchenpfleger Herrn Trageser für die Ermöglichung der Aufnahmen!
Text, Ton und Bild: Ben Schröder. #glocken
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