Biberwier/Nordtirol St. Josef - Sonderplenum
Автор: HosannaGlocke
Загружено: 2010-08-05
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Katholische Pfarrkirche St. Josef in Biberwier - Nordtirol, Österreich
Sonderplenum
Im 15. und 16. Jahrhundert hatte das Erzgrubendorf Biberwier doppelt soviele Einwohner als heute, da in den umliegenden Bergen Silber, Zink und Galmei abgebaut wurden.
Die Rochuskapelle "Auf der Geißel", welche 1611 erbaut und an Mariä Himmelfahrt 1625 vom Brixnerischen Weihbischof Anton von Crosini eingeweiht worden ist, war das erste Gotteshaus. 60 Jahre später erhielt ein Biberwierer Gastwirt die Erlaubnis, auf eigene Kosten im Dorf selbst eine Kapelle zu errichten. Diese wurde 1804 vom damaligen Wirt des Gasthauses "Zum goldenen Löwen" unentgeltlich der Pfarrgemeinde überlassen. Nachdem diese Kapelle zusehends zu klein und auch immer baufälliger wurde, entschlossen sich die Biberwierer zum Bau eines neuen und größeren Gotteshauses. Die alte Kapelle wurde abgerissen und auf selbigem Grund am 15. Juli 1827 mit dem Neubau begonnen. Eine Urkunde, die sich im Turmknopf befindet, berichtet von dem unermüdlichen Eifer der Menschen: "...das ganze Dorf beteiligte sich an der Beschaffung von Steinen. Nur Kleinkinder und 80jährige Männer und Frauen blieben zuhause..."
Diese freiwilligen Handlangerschichten beliefen sich auf einen Wert von 15000 Gulden! 1830 vollendet, wurde die neue Pfarrkiche am 7. Juni 1831 von Fürstbischof Bernard Galura zu Ehren des Hl. Josef eingeweiht.
1850/1851 wurden auf Kosten der Silberleiter Gewerkschaft, 4 Bronzeglocken in Wilten durch die Firma Grassmayr gegossen. Im Jahre 1916 wurden jedoch alle 4 Glocken Opfer des 1. Weltkrieges. Als Ersatz dienten die beiden Glocken der außerhalb des Dorfes gelegenen Rochuskapelle, bevor 1924 widerum 4 neue Bronzeglocken bei der selben Firma angeschafft werden konnten. Aber auch diese ereilte im 2. Weltkrieg dasselbe Schicksal. Lediglich die große Glocke wurde nach dem Krieg in Brixlegg unbeschädigt aufgefunden. Erst 1957 war das Geläute nach dem Guss von 3 neuen Glocken wieder vollständig.
Im Lauf der nächsten Jahrzehnte bestand noch einmal drohende Gefahr, dass das Geläute verstummen muss - diesmal jedoch kam das Ungemach von einer ganz anderen Seite, als durch Kriegswirren: Die Feststellung, dass beim Läuten der Turm zu starke Schwankungen aufwies, war der Grund, 1981 eine Gegenpendelanlage zu installieren. Die Hoffnung, auf diese Weisung das Problem zu beseitigen, erwies sich als grundverkehrt, da der Turm Risse bekam und unterm Läuten sichtbar der Putz vom Turm herabfiel. Als dann auch noch die zuständige Firma aus Austria die fälligen Wartungsarbeiten vernachlässigte und die Nähte an den Eisenjochen aufplatzten, wurde es mehr als gefährlich...
Der Gründer der Firma "Gloria" aus Innsbruck zeigte sich erbötig, die gesamte Anlage in Augenschein zu nehmen, und als Resultat zeigt sich eine Sanierung, die im gesamten Nordtirol einzigartig ist, und Turm wie Kirchenglocken gleichermaßen schont! Da die Platzverhältnisse im Turm sehr beschränkt sind (Unter der großen Glocke muss man mit allen Vieren durchkrabbeln), werden Glocke 1 und Glocke 2 mit einem sehr platzsparenden Linearmotor angetrieben. Die schadhaften Eisenjoche durch Holzjoche ersetzt die so gekröpft sind, dass das Prinzip des Fallklöppels "greift." Dass ein sanfter Anzug, schonendes Läuten, ein niedriger Schwungwinkel und Fallklöppel dennoch eine Klöppelfängervorrichtung (bei 3 Glocken) nicht ausschließen, ist in Biberwier exklusiv sichtbar und hörbar!
Danken möchte ich dem Herrn Pfarrer, der mir umgehend die Erlaubnis zur Tumbesteigung erteilte, sowie in besonderer Weise dem Herrn vom Pfarrkirchenrat, der extra am Sonntag, den 18. Juli zwischen 14.05 und 14.10 Uhr dieses Sonderplenum für mich läutete, da ansonsten die kleine Glocke als Totenglocke dient und die große Glocken nur an den Festtagen erschallt!
Noch eine kleine Anmerkung: Bei meinem Besuch in Biberwier erfuhr ich u. a. auch, dass im benachbarten Lermoos die Totenglocke - welche 1411 gegossen, zu der ältesten datierten Glocke von Nordtirol zählt - herabgestürzt war. Eine sich darunter befindliche Glocke bremste den Fall, sodass diese historische Glocke unversehrt blieb. Sie bekommt nun ein neues Holzjoch - ebenfalls von der Firma "Gloria!"
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