Wogende Kornfelder, und das 'Erbe von Bitterfeld' ... Eine Reise von Stumsdorf nach Bitterfeld
Автор: Jochen Pursche's Rock'n'Rail Channel
Загружено: 2026-03-18
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Dieser Film ist wohl dazu angetan, ein paar allgemeine einleitende Worte zu verlieren, über Dinge wie "dreckige Fensterscheiben", Gegenlicht usw. Die 1990er und frühen 2000er waren die Zeit der Abbestellungen und Stillegungen, dies ging so intensiv vonstatten, daß man kaum nachkam, noch einmal eine solche Strecke zu portraitieren. Man war Bahnmitarbeiter im Dreischichtsystem, konnte also auch nicht jedes Wochenende weg. Einige dieser Stillegungen wurden so kurzfristig bekannt, daß man kaum noch eine Wahl hatte, und das Meiste lag nicht "vor der Haustür". Man konnte also weder auf Wetter, Tageszeit, Sonnenstand und sonstiges achten, man hatte einen Fahrplan, und der hatte auf "Biegen und Brechen" zu funktionieren - andernfalls war es vorbei..! Keine zweite Chance!
Viele Kollegen waren nett, aber man steckte nicht drin und wußte auch, daß nicht alle diesem Hobby hold waren. Also, wenn es nicht schiefgehen durfte, und man nicht den "Rauswurf" riskieren wollte - was tat man? Man sagte nichts und nahm, was man bekam. Eben auch die dreckige Scheibe. Und dann gibt es noch Leute, die fragen, warum ich denn kein Stativ benutze... 😔 Ob einer von denen je im Führerstand einer Ferkeltaxe war..?
Okay, so viel Vorrede - mußte mal sein. Die Alternative wäre heute, daß es all diese Aufnahmen nicht gäbe. Das sollte reichen..
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Mit der "Saftbahn", wie die Strecke auch genannt wurde, von Stumsdorf nach Bitterfeld zu reisen, konnte man seit dem 01. Oktober 1897. Der Spitzname kam vom regelmäßig auf der Strecke transportierten Zuckerrübensirup, ein konstantes Transportgut über all die Jahrzehnte hinweg.
Bereits im Entstehungsjahr der Bahn bestand in Bitterfeld das noch junge Elektrochemische Werk, bald ergänzt durch die nahe Farbenfabrik Wolfen. Es war eine revolutionäre industrielle Entwicklung in Mitteldeutschland mit Weltruf.
Hier fanden tausende Menschen Arbeit, und das generierte Berufsverkehr. Nicht schwer nachzuvollziehen, daß dieser zeitlebens das Standbein des Reiseverkehrs auf der Strecke war. Die Frequenz reichte von 8 durchgehenden Zugpaaren in den Jahren bis 1945, erweitert auf 12 Zugpaare zu DDR-Zeiten. Zu allen Zeiten verkehrten weitere Züge zwischen Bitterfeld und Sandersdorf, und auch einige zwischen Zörbig und Stumsdorf, denn auch in Richtung Halle war Berufsverkehr ein Thema.
In Zörbig begann das Eisenbahnzeitalter bereits ein Jahr früher mit der schmalspurigen Dessau - Radegast - Cöthener Eisenbahn, eröffnet am 28.11.1896. Ein weiterer Fall, wo die Staatsbahn erst nach einer Privatbahn präsent war. 1910 wurde der Abschnitt bis Radegast dreischienig ausgebaut, um die dortige Zuckerfabrik besser anzuschließen. Hier schließt sich der Kreis zum "Saft"...
Das gesamte Schmalspurnetz wurde 1946 als Reparationsleistung abgebaut.
Der Güterverkehr konzentrierte sich auf den Ostabschnitt zwischen Bitterfeld und Sandersdorf, wo im Zuge der ständig wachsenden Chemieindustrie zahlreiche Anschlüsse entstanden. Außerdem war im Raum Sandersdorf eine Braunkohlengrube aktiv. Jedoch auch der Bahnhof Zörbig hatte immer zufriedenstellendes Aufkommen, allein schon wegen der Radegaster Zuckerfabrik und der ortsansässigen Getreidewirtschaft.
In Stumsdorf besteht die Besonderheit, daß man an den Zörbiger Bahnsteig wie an einen Haltepunkt heran fährt, es gibt vorher keine Weichenverbindung. Dies bedeutete, daß in Zeiten der lokbespannten Züge diese immer nach Ankunft in den Güterbahnhof vorziehen mußten, um dort zu umfahren und wieder am Bahnsteig bereitgestellt zu werden. Und so lange der Zug dort stand, konnte kein anderer Zug zwischen Zörbig und Stumsdorf verkehren.
Die Wende 1989 führte zum kompletten Zusammenbruch der Chemieindustrie im Raum Bitterfeld und den Verlust tausender Arbeitsplätze auf einen Schlag. Da dies im gesamten mitteldeutschen Industriegebiet um Halle und Leipzig der Fall war, entstand hier eine ganz besonders präkäre Lage.
Klar, niemand wünschte sich wirklich den "Duft von Bitterfeld" zurück - aber so sollte es auch nicht sein..
Wie überall waren die Personenzüge plötzlich leer und einst voll ausgelastete Güterzüge sah man mit einem Wagen durch die Gegend fahren, sofern sie nicht ganz ausfielen.
Die nun ganzdeutsche DB und ab 1994 DB AG versuchten noch mit besseren Angeboten gegenzusteuern, so wurde der Taktfahrplan eingeführt und das Angebot von vor 1990 quantitativ in etwa beibehalten. Doch wie überall, es war nicht die Zeit der Bahn. Die überschwengliche Medienpropaganda für das Auto war nicht ohne Wirkung geblieben, jeder wollte "dabei sein"..
Zum Jahresende 1995 wurde der nur noch formal existierende Güterverkehr eingestellt, und zum 28.09.2002 bestellte der Zweckverband NASA den Personenverkehr ab.
Nach kurzer Zeit der Stillegung übernahm die Stadt Zörbig 2005 die Infrastruktur, als dort eine Bioethanolanlage gebaut wurde. Mittlerweile kommen neue Anschlüsse hinzu, und seit 2026 gibt es auch eine Studie zur Reaktivierung. Sind wir mal Optimisten!
Gute Reise!
Daten aus Wikipedia
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