Niels Wilhelm Gade (1817-1890): 2 Trios / Andante g-mol for Orgel
Автор: andreas osiander
Загружено: 2017-12-05
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Orgel: Aeolian-Skinner op.1301, First Covenant Church, Oakland CA The English translation of the video description has been added as a comment! In meiner Einspielung von Gades "Ein feste Burg" ( • Niels W. Gade (1817-90): Ein feste Burg is... ) sagte ich, daß wegen Bauarbeiten an der Kopenhagener Frue Kirke ("Frauenkirche", Domkirche) zur Zeit der Entstehung des Stückes, 1837, die Gottesdienste der dortigen Gemeinde in die Trinitatis Kirke verlegt waren, und Gade dort als Vertreter des Organisten der Frue Kirke, C.E.F. Weyse, agierte. Diese Angabe beruht auf einer früheren Recherche, die ich aktuell nicht überprüfen kann. Für sie spricht, daß das Manuskript von "Ein feste Burg" im Pedal eine Trompete 4' verlangt, die die Orgel der Trinitatis Kirke hatte, die Orgel der Frue Kirke aber nicht (die Disposition der letzteren findet sich in einem als Kommentar beigefügten Anhang).
Nun war die neue, klassizistische Frue Kirke selbst bereits 1829 offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden, und sie besaß damals schon eine 1828 fertige Orgel, die bei der Einweihung offenbar auch gespielt wurde. Sie erwies sich zwar als ungenügend, doch findet sich überall die Angabe, der Umbau der Orgel sei 1836 beendet gewesen. Auch die drei hier aufgenommenen Stücke sind 1837 datiert. Wie eine Anzahl in charmant-kauzigem Ton gehaltener Billette C.E.F. Weyses an Gade mit der Bitte um Vertretungsdienste zeigt, spielte Gade in Weyses beiden letzten Lebensjahren 1841-42 in der Frue Kirke.
Weyses Schreiben finden sich im Wortlaut ebenfalls in einem als Kommentar angefügten Anhang. Sein Gesundheitszustand war labil und erforderte offenbar immer wieder, daß Gade kurzfristig für ihn einsprang, wobei deutlich wird, daß dies offenbar keine große Vorbereitung oder detailliertere Absprachen mit anderen am Gottesdienst Beteiligten erforderte und der Organist alles improvisierte. So war Weyse zwar praktisch sein ganzes Erwachsenenleben als Organist tätig (vor seinem Wechsel an die Frue Kirke -- 1805 -- bereits an der Kopenhagener Reformierten Kirche), zumindest unter seinen veröffentlichten Kompositionen finden sich aber soweit ich sehe bis auf eine postum erschienene Sammlung einfacher, kurzer Präludien keine Orgelwerke. (Franz Liszt hörte Weyse während einer Besichtigung der Frue Kirke im Sommer 1841 eine halbe Stunde lang improvisieren, und äußert sich darüber mit großer Bewunderung.) Auch Gade war praktisch lebenslang als Organist tätig -- und hier mag man sich nun einerseits wiederum wie bei Weyse wundern, wie wenig er für das Instrument geschrieben hat, darf andererseits aber auch feststellen, daß er es in gewissem Umfang doch tat. Auch Gade dürfte freilich während seiner späteren jahrzehntelangen Tätigkeit als Organist erst der Kopenhagener Garnison Kirke, dann der Holmens Kirke die meiste Zeit improvisiert haben.
Weyses letztmalige Bitte, an seiner Statt in der Frue Kirke zu spielen, mit einer erschreckenden Skizze seines körperlichen Zustands, erreichte Gade am Tag vor Weyses Tod (man staunt, daß Weyse sich nicht längst zur Ruhe gesetzt hatte; auch Gade selbst spielte freilich 1890 seinen letzten Gottesdienst am Tag seines Todes, dem Vierten Advent). Wäre nun nicht Gade Weyses logischer Nachfolger gewesen? Oder hätte man ihn für zu jung erachtet? Indes hatte der junge Mann bereits kühn die Partitur seiner Sinfonie Nr. 1 nach Leipzig geschickt, und bekam von dem mit Gade bislang unbekannten Adressaten, dem Dirigenten des Gewandhausorchesters F. Mendelssohn-Bartholdy, einen so herzlichen und begeisterten Antwortbrief, wie er sich ihn in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt haben kann. Damit war ein anderer Weg vorgezeichnet: auf den Sensationserfolg der Uraufführung der Sinfonie durch Mendelssohn folgte Gades Umzug nach Leipzig, wo er bald Mendelssohns Vertreter und dann Nachfolger wurde. Als er 1848 nach Kopenhagen zurückkehrte, tat er das als Komponist teilweise bereits extrem populärer Orchesterwerke und berühmter Dirigent.
Organist der Frue Kirke wurde derweil J.P.E. Hartmann, später Gades Schwiegervater und Widmungsträger von Gades wohl ambitioniertesten Orgelwerken, den "Drei Tonstücken" von 1851. Dagegen sind die drei hier eingespielten Stücke einerseits natürlich bloße Frühwerke und in mancher Augen vielleicht Bagatellen. Sie haben aber nicht nur einen großen Charme, sondern offenbaren bei aller scheinbar harmlosen Verbindlichkeit auch einen souveränen kompositorischen Willen.
Weitere Orgelwerke von Gade auf diesem Kanal: • Niels Wilhelm Gade: Orgelwerke / Organ Works
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