DER JANUAR ❄️Erich Kästner
Автор: Poetischer Wetterfrosch
Загружено: 2026-01-04
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Der Januar
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger, tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man's auf allen Sendern, daß sich auch unterm Himmel manches ändern und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt's vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.
Erich Kästner
Geboren am 23.2.1899 in Dresden als Sohn der späteren Friseuse Ida Kästner (1871-1951) und des Sattlermeisters Emil Richard Kästner (1867-1957). Zu seiner Mutter hat er Zeit ihres Lebens ein sehr enges Verhältnis; mehr als 30 Jahre lang schreiben sie sich fast täglich Briefe. Kästner wird 1917 einberufen und kehrt mit schwerem Herzleiden von der Teilnahme am Ersten Weltkrieg zurück. Erste Gedichte. Studium der Literaturwissenschaften und Promotion 1925. Wegen eines für damalige Verhältnisse freizügigen Gedichts „Abendlied des Kammervirtuosen“ Entlassung aus der „Neuen Leipziger Zeitung“ und Umzug nach Berlin, wo Kästner Theaterkritiken und Gedichte schreibt, u.a. für die pazifistische „Weltbühne“. Sein Kinderbuch „Emil und die Detektive“ macht Kästner schlagartig berühmt. Bei der öffentlichen Bücherverbrennung der Nazis 1933 sind auch seine Schriften auf dem Scheiterhaufen. Kästner wird seinen Entschluss, nicht zu emigrieren, später so kommentieren:
„Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen.
Mich läßt die Heimat nicht fort.
Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen –
wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.“
Schreibverbot während des Dritten Reichs. Nach dem Krieg setzt Kästner seine schriftstellerische Arbeit als Verfasser humoristischer sowie zeitkritischer Gedichte, als Drehbuch-, Theater-, und Kabarettautor fort. Er stirbt am 29.7.1974 in München.
Quelle: Atriumverlag, Zürich
Kästner Werke u.a.:
1928: Herz auf Taille
1929: Emil und die Detektive
1929: Lärm im Spiegel
1929: Leben in dieser Zeit,
1930: Ein Mann gibt Auskunft
1930: Das letzte Kapitel
1930: Ballade vom Nachahmungstrieb
1931: Arthur mit dem langen Arm
1931: Pünktchen und Anton
1931: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten
1932: Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee
1932: Gesang zwischen den Stühlen
1933: Das fliegende Klassenzimmer
1934: Drei Männer im Schnee
1934: Emil und die drei Zwillinge
1935: Die verschwundene Miniatur
1936: Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke
1936: Der Zauberlehrling (Romanfragment)
1938: Georg und die Zwischenfälle (Der kleine Grenzverkehr)
1949: Die Konferenz der Tiere
1949: Das doppelte Lottchen
1955: Die 13 Monate
1957: Die Schule der Diktatoren
1957: Als ich ein kleiner Junge war
1958: Über das Nichtlesen von Büchern, mit Zeichnungen von Paul Flora
1959: Die Ballade vom Nachahmungstrieb
1961: Notabene 45
1962: Das Schwein beim Friseur
1963: Der kleine Mann
1967: Der kleine Mann und die kleine Miss
1968: ...was nicht in euren Lesebüchern steht
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