Diese Bücher können dich verändern: „Herr Kato spielt Familie“ und „Ich nannte ihn Krawatte“
Автор: Hans H. Gruendel
Загружено: 2025-12-21
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Dieses Video beschäftigt sich mit 2 Erzählungen von Milena M. Flašar: „Herr Kato spielt Familie“ und „Ich nannte ihn Krawatte“.
„Herr Kato spielt Familie“ handelt von dem japanischen „Rent-a-Family“ Phänomen. Anhand dessen wird die folgende Frage aufgeworfen:
Mit welchen Fiktionen geht ein Mensch wie um?
Der pensionierte Herr Kato trifft eine junge Frau im Park, die ihn als Schauspieler für Familienfeiern anwirbt. Bei seinem ersten Einsatz zeigt sich, dass die Familie sich der Illusion hingibt, er sei ein tatsächlicher Familienangehöriger. Bei einer zweiten Feier wächst er so stark in seine Rolle hinein, dass er seine Rolle als Firmenchef auch dann noch spielt, als die eigentliche Feier, für die er engagiert ist, zu Ende ist.
Flasar stellt am Ende der Erzählung die Frage, ob nicht auch die junge Frau, die Herrn Kato wirbt, in Wirklichkeit schon eine Rolle spielt, vielleicht engagiert von seiner Ehefrau, die seine innere Leere, hervorgerufen durch seine Pensionierung, bemerkt hat.
In dem Roman zeigt sich jene Auflösung klarer Grenzen zwischen Realität und Fiktion, wie sie von Denkern wie Foucault, Derrida und besonders Baudrillard beschrieben wurde. Herr Kato tritt nicht mehr als er selbst auf, sondern übernimmt gemietete Rollen, die nur als Simulationen sozialer Bindungen existieren. Die „Familie“, die er spielt, ist ein Abbild einer realen Beziehung, eine künstliche Konstruktion, die emotional wirksam wird, obwohl ihr jeder Ursprung fehlt.
In der Erzählung „Ich nannte ihn Krawatte“ ist das Bizarre das Normale, das Gedachte ist das Getane und das Uneigentliche ist das Eigentliche.
Milena Flasar lässt in einem Park in Tokyo 2 Männer aufeinandertreffen und ihre Geschichte erzählen. Sie reden miteinander erst über dieses und jenes und später darüber, wie sie mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen. Beide befinden sich außerhalb einer in Japan verbreiteten Norm. Bei dem jüngeren handelt es sich um einen Hikikomori, also einem Menschen, der den Kontakt zur Umwelt weitgehend abgebrochen hat und in seinem Zimmer agiert, bei dem älteren um einen Angestellten, der seinen Job verloren hat, das aber vor seiner Frau verheimlicht.
In beiden Fällen können traumatische Erfahrungen der Auslöser sein. Die tatsächlichen Ursachen begründen aber auf der Interaktion von gesellschaftlichen und individuellen Strukturen.
Der erste Schritt, um die Situation zu meistern, ist Reden. Und Reden hilft hier. Der zweite Schritt ist Handeln. Und hier hat nur der jüngere Erfolg, während der ältere mit dem Leben bezahlt. Es hilft zu verstehen, dass jeder Mensch irgendwie, zumindest ein klein wenig, außerhalb der Norm lebt.
Flasar suggeriert, es gäbe richtige und falsche Verhaltensweisen. Und aus den falschen gelte es „herauszukommen“, zurück in die Gesellschaft, die das Menschsein ausmacht. Aber gibt es richtig oder falsch wirklich? Dem älteren Mann wird sein Job gekündigt, weil er einmal an seinem Schreibtisch eingeschlafen ist. Der jüngere erleidet ein Trauma, als er erlebt, wie eine sehr gute Bekannte Selbstmord wegen Mobbing verübt und er sich nicht dagegenstellt. Da ist sicher fraglich, ob es ein Gewinn ist, in eine solche Gesellschaft zurückzukehren. Aber Gesellschaft ist auch immer die Kernfamilie und in die zurückzukehren ist oft ein Gewinn.
Zum Abschluss ein schöner Satz, von denen es in der Erzählung eine ganze Menge gibt: „Manchmal habe ich Lust mich flach auf den Boden zu legen und ihn (meinen Mann) über und über mit meinen Tränen zu benetzen.“
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