Ayurvedische Heilpflanzen wissenschaftlich betrachtet | Prof. Dr. Michael Wink
Автор: Deutsche Ayurveda Akademie
Загружено: 2024-04-17
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Ist die Wirksamkeit ayurvedischer Pflanzenheilkunde Wunsch oder Wirklichkeit? Gibt es hierzu Erkenntnisse aus der aktuellen Wissenschaft?
In diesem Interview mit Prof. Dr. Michael Wink setzen wir uns mit dieser Fragestellung auseinander. Prof. Dr. Wink gibt hierbei Einblicke in seine faszinierenden Forschung über molekulare Wirkmechanismen bei Wirkstoffen aus der ayurvedischen und der europäischen Phytotherapie.
Prof. Dr. Wink ist Seniorprofessor und Leiter des Instituts für Pharmazie & Molekulare Biotechnologie (IPMB) an der Universität Heidelberg. Er ist einer der 18 Referent(inn)en beim diesjährigen Ayurveda-Kongress: https://www.ayurveda.de/ayurveda-kong...
Einige Zitate aus dem Interview:
„… Das zeigt, dass es sehr wichtig ist, dass man die Komplexität eines Arzneiextraktes betrachtet. Und nicht nur – wie man es klassischerweise als Pharmazeut machen würde – sagt: ich nehme die Inhaltsstoffe auseinander und nehme dann nur eine Fraktion. Das ist eine der naiven Forderungen: Warum macht der so komplizierte Mischungen? Macht's einfacher. Offenbar ist das das Geheimnis: Die Natur hat daran gebaut, diese komplizierten Mischung zu optimieren, sodass synergistische Effekte auftreten.”
„Wir haben das auch bei antibiotischer Wirksamkeit gesehen, dass, je nachdem was wir kombinieren, plötzlich ein Gemisch stark antimikrobiell wirkt. Zum Beispiel auch bei Bakterien die gegen Antibiotika resistent sind. Es liegt wahrscheinlich ein großes Geheimnis darin, die richtigen Kombinationen herauszufinden.
Nun hat die Volksmedizin das zum Teil selbst, rein über Erfahrungswissen, bereits gemacht, indem sie verschiedene Arzneipflanzen kombiniert hat. Insbesondere in der chinesischen Medizin und im Ayurveda kombiniert man Pflanzen. Und wir wissen zwar nicht warum das so ist, aber die Empirie zeigt: Ja es wirkt besser. Und wir können an einigen Beispielen die Mechanismen aufzeigen, warum es besser wirkt.„
„Es entscheidend welcher Wirkstoff in einem Extrakt vorliegt. Die Verarbeitung kann eine Menge bewirken. Zum Beispiel haben wir bei Pflanzen sogenannte Prodrugs vorliegen. Wirkstoffe, die inaktiv in der Pflanze vorliegen. (…) Diese werden in der Pflanzenzelle gespeichert und nur wenn die Pflanzenzelle verletzt wird, entsteht der eigentliche Wirkstoff. Wenn man einen Pflanzenextrakt durch Alkohol extrahiert, kommt diese enzymatische Reaktion nicht zustande. Erstelle ich aber einen wässrigen Extrakt und lasse ihn stehen, dann läuft diese Reaktion ab und ich bekomme einen wirksameren Extrakt. Das ist wahrscheinlich einer der Hintergründe warum es diese traditionellen Zubereitungsformen gibt, die für uns manchmal etwas seltsam anmuten. Auf diese Weise kann die Wirksamkeit gesteigert werden. Nicht bei allen, aber bei vielen.”
„Was vielen Medizinern nicht klar ist: die Ausbildung in Arzneipflanzen ist eine Domäne der Pharmazeuten. Pharmazeuten lernen sehr intensiv die Bestandteile der Arzneipflanzen, der Inhaltsstoffe und der Wirkmechanismen kennen. Während im Medizinstudium das Ganze eher vernachlässigt wurde … leider! Es gibt – und das ist das Wichtige – eine Menge Lehrbücher im Bereich Pharmazie die diese Themen wunderbar abhandeln. Die heißen häufig „Lehrbücher der pharmazeutischen Biologie”, bei denen der Mediziner vielleicht nicht ahnt, dass das eigentlich Lehrbücher sind, in denen steht, wie man Phytotherapie einsetzt. Einige Bücher heißen auch „Lehrbuch der Phytotherapie”, aber sehr häufig heißen sie „Lehrbuch der pharmazeutischen Biologie”. Wenn man Information sucht, die naturwissenschaftlich fundiert sind, findet man das in pharmazeutischen Lehrbüchern.”
„Wie gehen wir mit traditioneller Medizin um? Es gibt Strömungen die sagen: Es ist wunderbar, das machen wir intensiv weiter. Es gibt aber auch Strömungen, die sagen: das ist alles Hokuspokus, das lassen wir sein. Weil da schnell auch die Diskussion aufkommt „Das ist Homöopathie und das wird nicht abgegrenzt.” Aber das ist sehr viel komplizierter. Ich glaube wir machen einen Fehler, wenn wir auf dieses traditionelle Wissen verzichten; wenn wir auf die Arzneipflanzen verzichten.”
„Die Menschheit arbeitet schon seit vielen tausend Jahren mit Arzneipflanzen, sie wird es auch wahrscheinlich weiterhin tun, da bin ich mir relativ sicher.”
„Bei uns trennen sich die Welten zwischen Naturheilverfahren und den anderen Verfahren. Wenn ich in nach China und auch nach Indien gehe, da sieht man das läuft parallel. Die werden zum Teil kombiniert. Es ist kein so starker Widerspruch wie er bei uns in der westlichen Welt aufgebaut wird. ”
„Was wir bräuchten wäre eine bessere Ausbildung der Mediziner, damit Sie wissen welche Alternativen bestehen. Und unsere Aufgabe als Naturwissenschaftler ist, eine naturwissenschaftliche Basis zu legen. So verstehe ich meine eigene Forschung: der Mittler zwischen der Tradition und der Moderne zu sein.”
Michael Hotz führte das Interview mit Prof. Dr. Wink im April 2024.
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