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Stille Zeugen des Verfalls (Seehospital der Nordheim Stiftung Sahlenburg)

Автор: cuxbildplus

Загружено: 2021-01-06

Просмотров: 7905

Описание: Stille Zeugen des Verfalls:
Das Seehospital Sahlenburg der Nordheimstiftung

Einst war es eine renommierte Spezialklinik für Tuberkulosebehandlungen.
Vielfältige Anwendungsmethoden wurden unter stetigen Verbesserungen erforscht und an den Patienten erfolgreich durchgeführt. Auf dem Klinikgelände gab es eigene Liegehallen, Therapieräume, Op. Säle, ein Kindergarten (spätere Schule) sowie eine eigene Küche und Heizkraftwerk.
Was ist von alledem heute noch übriggeblieben? Was ist aus den ehemaligen Vorzeigebauten und Gründungshäusern erhalten? In welchem Zustand ist was erhalten?
Ehemalige Mitarbeiter sowie Kenner der alten Anlagen bekommen Tränen in die Augen bei dem erbarmungswürdigen Anblick der heutigen Restgebäude.
Alles ist dem Verfall preisgegeben und vergammelt. Kurz gesagt; ein verwunschener Ort. Ein sog. Lost Places wie er schlimmer nicht sein könnte. Am Ende unseres Streifzuges über das Nordheimgelände sind wir uns nicht so sicher, welche Beschreibung die Situation, den Zustand der Liegenschaft des seit 2006 von den Helios Kliniken bewirtschafteten Geländes besser beschreibt. Eines ist aber unbestritten klar: Der Großteil der vor ca. 113 Jahren als Regenerationsort für an der Tuberkulose erkrankten Patienten in Sahlenburg bereitgestellten Gebäude sind für eine eventuelle neue Nutzung, gleich welcher Art, auf Grund ihres Zustandes unbrauchbar. Werden diese Gebäude nicht vorzeitig abgerissen, siegt über kurz oder lang das Gesetz der Schwerkraft.

Die Nordheimstiftung:
Aus dem Stiftungsvermögen des Kaufmanns Marcus Nordheim, 1812 in Memmelsdorf in Franken geboren, wurde vom Hamburger Senat auf einem einsamen Heideland ein Seehospital gegründet.
Das Seehospital diente der Heilung von Tuberkulose, welche sich aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse in der Großstadt Hamburg sehr schnell verbreitete.
Im September 1906 fand die Eröffnung des Seehospitals mit 80 für Kinder vorgesehenen Betten statt. Die Heilerfolge der Klinik ließen die Patientenzahl schnell anwachsen, so dass Erweiterungen nötig wurden. Dank eines Vermächtnisses von Frau Mathilde Emden konnte das nach ihr benannte Haus 1914 fertig gestellt werden.
Im Ersten Weltkrieg wurde das Hospital geschlossen, da es im Küstenverteidigungsgebiet lag. Noch im Jahr 2010 finden sich im auf dem Gelände Reste der durch Joachim Ringelnatz bekannten Batterie Nordheim.
Da die dem ersten Weltkrieg nachfolgende Inflation das Stiftungsvermögen nahezu vernichtete, musste der Hamburger Staat um Unterstützung gebeten werden, so daß das Hospital ab Juli 1919 weitergeführt werden konnte. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung in der Notzeit machte die Aufnahme von Jugendlichen und Erwachsenen notwendig und neue Stationen wurden eingerichtet. In und nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Bedarf auf mehr als 400 Betten, der durch Anmieten von Häusern in der Umgebung gedeckt werden musste - ein Zustand, der sich nach der Besserung der Lebensverhältnisse wieder normalisierte. Nach 1948 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und technische Erneuerungen durchgeführt. Durch Aufforstung mit Kiefern und Mischwald ist aus dem kahlen Heidegelände eine ansprechende Parklandschaft entstanden, die die heftigen Seewinde abhält und von Patienten und Besuchern zum Aufenthalt im Freien gern genutzt wird. Ein kleiner Bereich des Geländes ist am 26. Juni 2009 in die UNESCO-Liste des `Weltnaturerbes Wattenmeer´ aufgenommen worden.
Einen Namen hat sich die Klinik in den Jahren vor allen als renommierte Fachklinik für Tuberkulose, Orthopädie und als Rheumazentrum gemacht.
Am 1. April 2002 ging das Seehospital Sahlenburg von der Nordheim-Stiftung an die Helios-Kliniken-Gruppe über.

Mathilde Emden:
Geb. Kann (* 17. November 1843 in Frankfurt am Main; † 30. Mai 1910 in Hamburg-Altona) war eine deutsche Kauffrau und Mäzenin.
Matilde Emden war die Tochter des jüdischen Frankfurter Bankiers Moses Eduard Kann aus der alten Bankiersfamilie Kann und seiner Ehefrau Ester. Sie war seit 1873 verheiratet mit dem jüdischen Hamburger Kaufmann Jacob Emden (1843–1916), beide hatten Kinder u. a. den Kaufmann und Kunstsammler Max James Emden (1874–1940), der auch Anteile am Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin besaß.
Sie war eine erfolgreiche Kauffrau. 1906 entstand das Seehospital mit 80 Betten im damals hamburgischen Cuxhaven durch die Nordheimstiftung. Das Hospital für Kinder wuchs beträchtlich. Als Mäzenin stellte Emden 1910 als Vermächtnis Mittel in einer Höhe von 300.000 Mark zur Verfügung und bis 1914 wurde das Mathilde-Emden-Haus fertig gestellt. Das heutige Helios-Seehospital Sahlenburg wollte das Haus als rheumatologische Tagesklinik verwenden.
Bilder & Zeichnungen: Privat
Text: Auszüge aus; Privat, 75 Jahre Nordheimstiftung, Cuxpedia, Wikipedia
Filmart: Dokumentation

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Stille Zeugen des Verfalls (Seehospital der Nordheim Stiftung Sahlenburg)

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