Max Reger, op. 52,2 - Fantasie über den Choral 'Wachet auf! ruft uns die Stimme'
Автор: Christoph Bossert
Загружено: 2023-08-15
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Zweite Hälfte September 1900, Weiden / Orgel: Gebr. Link, Giengen/Brenz 1906
Christoph Bossert, 2023:
Regers Denken - Ein Abstract zu seinen drei Choralphantasien Opus 52
Fortsetzung Teil II / Teil I in Video op. 52,1
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Regers Opus 52 ist das nächste unter seinen großen Orgelwerken, das auf Opus 46 über den Namen B-A-C-H folgt.
Was geschieht nun als Nächstes in Regers op. 52, 2 Wachet auf, ruft uns die Stimme? Unmittelbar zu Beginn hat sich dem synästhetisch wahrnehmenden Bewusstsein ein Vollkreis aufgetan, der allerdings hier noch in tiefstes Dunkel gehüllt ist. Reger selbst hat diesem Beginn das Wort Friedhofsruhe zugeordnet.
Der große l e t z t e Ausblick in den beiden Schlusstakten der Fuge aus op. 52, 2 rückt diesen Vollkreis in ein gleisendes Licht. Doch welcher Weg liegt dazwischen?
Dieser Weg, der sich im Zwischenraum ansiedelt, lautet:
Kaum hat sich die Gestalt des Vollkreises zu Beginn des op. 52, 2 manifestiert, wird dieser Vollkreis immer auf’s Neue aufgesprengt und einem Prozess ausgesetzt:
Er, der Vollkreis, wird erweitert:
Aus e-d-c-d-e wird e-d-B-Fis-F-E.
Er wird dynamisch gesteigert:
Erstmals durch Öffnen und Schließen des Schwellers in T. 1/2.
Er wird semantisch aufgeladen:
Der Vollkreis umfasst fünf Achtel; durch anschließende weitere fünf Achtel wird der Vollkreis aufgesprengt. Das Zahlsymbol aus fünf plus fünf lässt das Gleichnis von den fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen assoziieren. Dieses Gleichnis ist Grundlage des Liedes „Wachet auf!“ ruft uns die Stimme.
Er, der Vollkreis, wird aus der Tiefe in lichteste Höhen versetzt:
Wenn zu Choralbeginn erstmals die Stimme des Engels den Toten sein „Wachet auf! zuruft, dann liegt im Bass unbewegt die Duodezim E-h aus Beginn von Takt 1, doch in genauer dialektischer Verkehrung erklingt nun das vormalige E-D-C-D-E als
e‘‘‘-dis‘‘‘-d‘‘‘-cis‘‘‘-d‘‘‘-dis‘‘‘-e‘‘‘.
Er wird Stringendo-Verläufen ausgesetzt:
In Takt 20, dann weiter ab Takt 31.
Er wird transponiert bis hin zum katastrophalen Höhepunkt:
Ab Takt 28, 2. Takthälfte sowie ab Takt 46. Das, was ich den katastrophalen Höhepunkt nenne, erklingt ab Takt 65, letzte Viertel, bis Takt 69.
Dann erfolgt ab Takt 70 ein plötzlicher Umbruch in die Vision des Heiligen Abendmahls, um ab der Fuge Jubel erschallen zu lassen:
Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelszungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön.
[Reger: Die Fuge soll klingen, als ob ein Engel durch den Himmel tanzt].
So, wie in Regers op. 52, 1 das Akkordmodell fis-e-d bzw. die Progression Fis-E-D-E-Fis in den beiden piano-Abschnitten der Introduktion kurz angedeutet ist, so bleibt nun das Modell e-d-C-D-e auch in Regers op. 52, 3 auf die Introduktion beschränkt – so scheint es. Allerdings erklingt das, was sich in op. 52, 1 andeutete, nun in op. 52, 3 in gleisendem Licht. Und hinzu kommt eine riesenhafte Augmentation anhand jeweils eines Klanges in e-Moll, d-Moll, C-Dur, D-Dur. Diese vier Klänge sind nun als jeweilige Zentralereignisse über die gesamte Introduktion von op. 52, 3 ausgebreitet. Doch das eigentliche Ereignis ist damit
n o c h n i c h t
eingetreten, nämlich der Übergang zum Choraleintritt als Manifestation der Worte Halleluja! Gott zu loben bleibe meine Seelenfreud‘.
Dazu sage ich:
h – d‘ – es‘ – d‘ – h
r e g e r
E – D – C – D – E
wandelt sich in
e – d – C – D – G.
Den ersten kompositorischen Hinweis hierauf sehe ich bereits in op. 52, 2 im zweiten Fortissimo-Einwurf der Introduktion in Takt 7 im Krebsgang gegeben als
G – D – C-Des-D-Dis-E [...]
Und der Vollkreis bildet sich in der Fuge von op. 52, 3 ab durch den Cantus firmus in Bass und Diskant als
d‘‘ g‘‘ a‘‘ h‘‘ e‘‘‘ d‘‘‘ c‘‘‘ h‘‘
Halleluja! Gott zu loben
D G A H e d c h
Regers Genie zeigt sich auch darin, dass er sein Opus 52 in zehn Tagen in schönster Schrift niederlegte.
Reger ist Dialektiker par excellence!
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Fortsetzung: Video op. 52,3 oder DVVLIO
https://innovation-orgellehre.digital unter Max Reger zum 150. Geburtstag
Bild-Urheberrecht: © Max-Reger-Institut, Karlsruhe
Ersteller: Almut Ochsmann
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