ASPEKTE 2024 - "Erdig" - Gruppenausstellung BBK-Niederbayern/Oberpfalz - Göttin Gaias Gewand
Автор: Alexa Schindler
Загружено: 2024-04-10
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ERDIG
Melanie Schindler setzt sich mit verschiedensten Themen und Arbeitstechniken auseinander. In ihrer Rauminstallation "Tiefgang – Innerspace" beschäftigt sie sich beispielsweise mit den Tiefen der Ozeane und greift auf Materialien wie Ge- und Verbrauchsartikel, Treibgut und Produkte für den Wassersport zurück. Sie zeigt auf diese Weise eine eigenwillige Reise in das Innere der Meere und thematisiert Probleme, die der Mensch in Bezug auf die Ozeane verursacht.
Für die Ausstellung "aspekte - erdig" erdachte sie eine völlig neue Werkserie, die Bezug nimmt auf die Göttin Gaia, die in der griechischen Mythologie die personifizierte Erde und eine der ersten Gottheiten darstellt. Melanie Schindler überführt Gaia in ein zeitgenössisches Gewand und stellt sie in einen Dialog mit Phytogrammen und schnellwachsenden Pflanzen in Objektkästen, die dem natürlichen Wandel ausgesetzt sind. Die Künstlerin betont, wie wichtig es ihr ist, den Planeten Erde zu schützen und die Zusam- menhänge im großen Ganzen zu verstehen. Das Thema der Ausstellung gab Anlass, sich verstärkt mit erdigen Materialien und Substanzen zu beschäftigen, die aus dem Prozess der organischen Verwandlung neue Formen und Oberflächenstrukturen und damit neue Ausdruckskraft entwickeln.
"Selbstabdruck", Phytogramme, 2024, Pflanzen getränkt in Soda + Salzfixierer auf S/W Photopapier, 18x24cm, gerahmt
"Dörnbergpark", Katalog der Stadt Regensburg mit Informationen über die Gestaltung und Bepflazung des Parks, im Objektrahmen auf Kräuterseitling-Substrat, befruchtet mit Pilzbrutdübel Limonenpilz, 2024-30x45x8cm
"Stadtansichten und Landkarten", Katalog eines Antiquariats mit Grafiken, im Objektrahmen auf Kräuterseitling-Substrat, befruchtet mit Flüssigmyzel Schmetterlingsramete, 2024-18x25x3cm
"Klima-Wandel/ist die Erde noch zu retten", Kinder-Sachbuch im Objektrahmen auf Kräuterseitling-Substrat, befruchtet mit Flüssigmyzel Rosenseitling, 2024-25x35x6cm
"Städtebau", Fachbuch-Umweltgestaltung: Erfahrungen und Gedanken, im Objektrahmen auf Kräuterseitling-Substrat, befruchtet mit Flüssigmyzel PomPom, 2024-20x30x5cm
"Göttin Gaia 2024", Gaias Kostüm, Stoffe bearbeitet mit: Bärlauch, Krauter, Kaffee, Heidelbeeren, Tomaten, Rotebeete,Erde, Wein, Karotte, Zwiebel, Blüttenstaub, Erdmatsch, Moos, Schwarzertee,Sauerkrautwasser, Löwenzahnblütten, Kreidefelsen Pulver, 2024
"Gaias Schutzhelm", Frische Blütten und Pflanzen gesteck zu einem Helm, 2024
Anjalie Chaubal - Kuratorin der Ausstellung
Wie schön erdig!Schon im 15. Jahrhundert kann man das Adjektiv "erdig" nachweisen, das, neben seinen Ursprungsbedeutungen "aus Erde bestehend", die "Eigenschaft von Erde aufweisend" oder "nach Erde schmeckend", bis heute auch imübertragenen Sinn als "bodenständig", "urwüchsig" oder "ungekünstelt" verwendet wird.In der Bildenden Kunst spielt Erde eine bedeutungsvolle und sehr vielfältige Rolle. Als ursprüngliches, seit Jahrtausenden von Menschen verwendetes Material, erinnert Erde − beispielsweise als Pigment − an die Anfänge menschlicher Kreativität und Kunst. Die Verwendung kann eine Verbindung zur Natur, zur Landschaft und zum Planeten Erde beinhalten oder symbolisch für die menschliche Existenz, die Vergänglichkeit und die Zyklen des Lebens stehen. Die Oberflächenbeschaffenheit kann zum sinnlichen Element werden, das den Betrachter auf einer emotionalen Ebene anspricht. In vielen Kulturen hat Erde eine spirituelle oder rituelle Bedeutung und wird mit vielerlei Symbolen, Mythen und Traditionen in Verbindung gebracht. Erdige Farben gelten aber auch als unschön und schmutzig und wurden deshalb oftmals als Protest gegen das allzu Gefällige eingesetzt. Mit der "Land Art" rückte Erde großflächig, mit direkt in der freien Natur angelegten Installationen, als konzeptioneller Kunstansatz in den 1960er und 1970er Jahren in den Mittelpunkt. Erde, Steine, Pflanzen und andere natürliche Materialien interagierten direkt mit der Landschaft und waren meist als vergängliche Werke angelegt. Die etwa gleichzeitig einsetzende "Arte Povera"- Bewegung bediente sich oft erdiger Materialien wie Holz, Erde, Steine und Metall, um sich von der traditionellen Kunst abzuheben und eine direkte Verbindung zur Natur und zum menschlichen Leben herzustellen. Andere Zeitgenossen lassen sich von der Schönheit und Vielfalt der Natur inspirieren und bringen diese in ihren Werken zum Ausdruck. Der erdige Charakter dieser Kunstwerke lädt ihre Betrachter dazu ein, sich unmittelbar mit den Gegebenheiten der Natur zu befassen. Besonders aktuell sind in der Bildenden Kunst Debatten über Nachhaltigkeit zum Schutz der Erde als Lebensraum künftiger Generationen. Wie schon Leo Tolstoi in seiner Parabel "Wieviel Erde braucht der Mensch" den Hunger nach immer mehr Ackerland stellvertretend für die Gier nach materiellem Besitz umschreibt, sehen wir uns heute konfrontiert mit dem unstillbaren Hunger nach Rohstoffen auf allen Kontinenten − verdichtet zum verstörenden Bild der ausgebeuteten, ausgeplünderten, ausgeweideten Erde.
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