Lübeck, Glocken der evang. Kirche St. Marien, Festgeläut (Turmaufnahme)
Автор: Osannaglocke
Загружено: 2025-06-27
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Präsentiert wird eine Turmaufnahme des Festgeläuts (Hauptgeläut) der evang.-luth. Marienkirche zu Lübeck.
Die Marienkirche ist eine gotische Backsteinbasilika, deren gotische Ursprünge bis ins Jahre 1251 zurückgehen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Plan gefasst, die bisherige romanische Kirche durch einen gotischen Hallenkirchenbau mit einem Westturm zu ersetzen. Dieser Plan wurde allerdings 1265 wieder größtenteils verworfen, nun plante man eine gewaltige, dreischiffige Basilika nach Vorbildern der Kirchenbauten in Frankreich, allerdings ohne Querhaus. Damit war die Marienkirche eine der ersten und bis heute eine der größten gotischen Backsteinbauten und war damals Vorbild für viele andere Kirchen im Ostseeraum. Deswegen trägt die Marienkirche bis heute den Beinamen "Mutterkirche der Backsteingotik". Zudem stellten die Türme lange Zeit die höchste Doppelturmfassade eines Sakralbaus der Welt dar.
Im Nordturm der Marienkirche hängen heute 12 Glocken, die nach und nach angereichert wurden. Vor dem zweiten Weltkrieg besaß die Marienkirche ein elfstimmiges Geläut. Nachdem einige Glocken im zweiten Weltkrieg abgegeben werden mussten, wurden die restlichen sieben Glocken beim großen Luftangriff auf Lübeck, an Palmarum 1942, vollkommen zerstört. Die Glocken zerschmolzen noch im Turm und fielen herunter, dabei sind die Pulsglocke von Albert Benningk und die Sonntagsglocke von Hinrik van Campen noch heute in einer Kapelle zu betrachten.
Nach dem Krieg kamen zunächst drei Leihglocken mit den Tönen c', d' und f' aus Danzig in den Nordturm: Die Gratia Dei und die große Landglocke aus St. Johannis und die Dominicalis aus St. Marien.
1951, zum 700. Jahrestag der Gründung der Marienkirche, stiftete die Bundesregierung die neue Pulsglocke mit dem Ton ges°. In der sehr leichtrippigen Glocke wurden fünf der sieben Glocken, die an Palmarum 1942 zerstört worden waren, vergossen, zudem ist sie die erste Großglocke des Friedrich Wilhelm Schilling aus Heidelberg, weswegen sie wahrscheinlich auch zu hoch aus dem Guss kam. Die nunmehr vier Glocken wurden in einem Stahlglockenstuhl an stark gekröpften Jochen aufgehängt.
1985 wurde dieses allerdings schlecht harmonierende Geläut durch drei Glocken as°, b° und es' der Glockengießerei Gebrüder Bachert aus Bad Friedrichshall-Kochendorf in einer mittelschweren bis schweren Rippe ergänzt. Somit ergab sich in der Disposition ein Bandwurmakkord, der bis heute einmal im Jahr erklingt.
2005 wurde der gesamte Glockenstuhl saniert, die sieben Glocken wurden an gerade Joche in einen Holzglockenstuhl gehängt. Dies hatte eine erhebliche Klangverbesserung zur Folge.
2019 kamen durch eine Spende als Klangkrone nochmals zwei Glocken as' und b' hinzu, die diesmal in der Glockengießerei Rincker gegossen wurden. Diese wurden in einzelnen Glockenstühlen über den restlichen Glocken aufgehängt.
2023 kamen als finaler Abschluss nochmals drei Glocken ces', des' und ges' hinzu, die wieder von der Glockengießerei Rincker gegossen wurden. Das Ziel war es, eine rein harmonierendes Geläut zu schaffen, somit erklingt nun eine komplette Ges-Dur-Tonleiter aus dem Nordturm. Zudem sind durch die zwar verhältnismäßig etwas zu tief stehenden, aber dennoch passenden Glocken c' und d' weitere Motive möglich, sodass der Vorrat an Motiven nahezu unmöglich auszuschöpfen ist.
Zudem befindet sich nun im Südturm ein Carillon mit 37 Glocken, von denen 28 aus Danzig stammen. 2019 wurde noch die tiefste Glocke c' ergänzt.
Glocke 1: Pulsglocke
Nominal: ges⁰ +9
Gewicht: 5.817 kg
Durchmesser: 2.100 mm
Gussjahr: 1951
Gießer: F. W. Schilling, Heidelberg
Glocke 2: Bet- und Sonntagsglocke
Nominal: as⁰ +10
Gewicht: 4.668 kg
Durchmesser: 1.930 mm
Gussjahr: 1985
Gießer: Gebrüder Bachert, Kochendorf
Glocke 3: Abendglocke
Nominal: b⁰ +9
Gewicht: 2.994 kg
Durchmesser: 1.710 mm
Gussjahr: 1985
Gießer: Gebrüder Bachert, Kochendorf
Glocke 4: Schöpfungsglocke
Nominal: ces' +10
Gewicht: 2.353 kg
Durchmesser: 1.580 mm
Gussjahr: 2023
Gießer: Rincker, Sinn
Glocke 5: Gerechtigkeitsglocke
Nominal: des' +11
Gewicht: 1.824 kg
Durchmesser: 1.440 mm
Gussjahr: 2023
Gießer: Rincker, Sinn
Glocke 6: Versöhnungsglocke
Nominal: es' +10
Gewicht: 1.516 kg
Durchmesser: 1.320 mm
Gussjahr: 1985
Gießer: Rincker, Sinn
Glocke 7: Große Landglocke
Nominal: f' +11
Gewicht: 850 kg
Durchmesser: 1.110 mm
Gussjahr: 1735
Gießer: J. G: Anthony
Glocke 8: Hoffnungsglocke
Nominal: ges' +10
Gewicht: 754 kg
Durchmesser: 1.070 mm
Gussjahr: 2023
Gießer: Rincker, Sinn
Glocke 9: Ratsglocke
Nominal: as' +10
Gewicht: 592 kg
Durchmesser: 974 mm
Gussjahr: 2019
Gießer: Rincker, Sinn
Glocke 10: Gastfreundschaftsglocke
Nominal: b' +9
Gewicht: 452 kg
Durchmesser: 879 mm
Gussjahr: 2019
Gießer: Rincker, Sinn
Ich bedanke mich bei Mika (@pulsglocke23556), Nils (@karlsglocke), Mano, Oli und Fabian für das unglaublich schöne Wochenende in Lübeck an Ostern!
Quellen: Wikipedia, Mika Pagels
Bildquellen: Fabian Golec, Mika Pagels
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