Kulturland entdecken: Branitz 1945
Автор: Kulturland Brandenburg
Загружено: 2020-06-10
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Die Ausstellung »Branitz 1945. Das fürstliche Erbe in der Stunde Null« berichtet von Krieg, Zerstörung und Vertreibung der Familie von Pückler aus Branitz. Im Marstall, im Besucherzentrum und an sieben Stellen im Branitzer Park geht die Ausstellung auf Spurensuche. Sie erzählt vom Elan der ersten Museumsleute und Parkhüter, von Plünderungen und Provenienzen und von Kaninchen und Kartoffeln im Gartendenkmal.
Am Anfang der Ausstellung steht die gräfliche Familie von Pückler, die seit 1696 in Branitz ansässig war und den Park und das Schloss durch den Krieg rettete. Vorgestellt werden Familienmitglieder und deren Geschichten, sowohl »zuhause in Branitz« als auch im Krieg und deren Nähe zu Mitgliedern des Deutschen Widerstands gegen Hitler.
Ab September 1945 regelte die Bodenreform die Eigentumsverhältnisse grundlegend neu: Äcker, Wiesen und Wälder auf knapp 760 Hektar wurden am 14. Oktober 1945 durch die Kreisbodenkommission an landarme Bauern und Flüchtlinge übergeben. Auch das Branitzer Parkgelände sollte zur Be- bzw. Zersiedelung freigegeben werden. Warum es nicht dazu kam? Das erzählt die Ausstellung.
Das enteignete Schloss war noch im April 1946 als Waisenhaus vorgesehen. Doch für die Stadt Cottbus stand bald fest, dass es zu einem Museum umfunktioniert werden sollte, da die musealen Einrichtungen der Stadt Cottbus zerstört worden waren. Ein Glücksfall für den Erhalt des Schlosses und seiner Ausstattung. Der historisch bedeutende Fürst-Pückler-Ort wurde nun teilweise zum ideologisch gefärbten Stadt- und später Bezirksmuseum der DDR. Die städtische Gemäldesammlung und vor allem auf die Werke der bedeutenden Carl-Blechen-Sammlung der Stadt Cottbus wurden Branitz präsentiert.
Im Besucherzentrum können Besucher*innen einen spektakulärer »Rückkehrer« betrachten: 75 Jahre nach Kriegsende kehrt Blechens italienische Ölskizze »Aus dem Apennin« zurück nach Cottbus. Verschwunden war das Bild 1945 aus seiner Kriegsauslagerung im Gutshaus Klein-Döbbern. Dort lagerten seit Dezember 1943 die bedeutendsten Gemälde der städtischen Kunstsammlung, um sie vor Kriegsschäden zu schützen.
Die Sonderausstellung »Branitz 1945« berichtet von Verlust und Wiedergewinnung, vom fürstlichen Erbe, das heute teils in ganz Europa verstreut zu finden ist und das aber auch – fortlaufend – den Weg zurück nach Branitz findet. Möbel, Gartenkunst, Archivalien oder die Pückler-Callenberg-Bibliothek gehören zu den Rückkehrern. Erstmals seit 1945 kann auch ein Kunstwerk präsentiert werden, das einst den Blauen Salon zierte: Die Cupido-Büste des Bildhauers Bertel Thorvaldsen. Nach 1945 war sie in die Sammlung des DDR-Dramatikers Peter Hacks gelangt.
»Branitz 1945« ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres »KRIEG und FRIEDEN. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«. Die Ausstellung läuft vom 8. Mai bis 30. September 2020 im Branitzer Park.
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