Die Reiterbogen der Sasaniden / The bows of the Sassanids
Автор: Holger Riesch
Загружено: 2025-08-26
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Die Sasaniden beherrschten Persien zwischem dem 3. und 7. Jh. n. Chr. Es sind bisher keinerlei Funde ihrer Bogen, Köcher, Pfeile und Pfeilspitzen publiziert. Man kennt allerdings aus Nachbarregionen archäologische Realien, die mit der Bogenwaffe der Sasaniden typenkundlich korrespondieren. Aus Dura Europos am Euphrat gibt es das Fragment eines zweifarbigen, konischen Röhrenköchers aus Kamelleder. Am Platz Karabulak in Tadschikistan wurden von russischen Archäologen in den 1950er Jahren mehrere Reflexbogen des 3./4. Jh. n. Chr. geborgen und ideal rekonstruiert. Die Region war eine Zeit lang dem Sasanidenreich eingegliedert.
Es handelt sich in Karabulak um symmetrische Kompositbogen des hunnischen Funktionsdesigns. Sie stimmen mit vielen Bogen, die in der sasanidischen Hofkunst auf wertvollen Metalltellern dieser Zeit abgebildet sind, überein. Die Konstruktion konnte symmetrisch oder asymmetrisch sein. Sehr interessant ist auch ein in Eschwege-Niederhohne gefundenes, silbernes Pressblech, das eine "Diana Persica" mit einem unbespannten Sasanidenbogen zeigt. Die Zierscheibe wurde in einem germanischen Kontext der Merowingerzeit entdeckt. Offenbar wurde die Preziose aus Persien, auf heute nicht mehr genau bestimmbarem Weg, importiert. Sie gibt uns wertvolle Aufschlüsse über die Winkel der Wurfarme und Hebelenden hunnenzeitlicher Reflexbogen ohne Sehne.
Die Pfeilauszugsweise der Sasaniden war speziell. Der Pfeil wurde mit dem mittleren und dem Ringfinger gegriffen. Der Zeigefinger diente ausgestreckt dazu, den Pfeil an der rechten Griffseite zu halten. Mit dieser Auszugstechnik ließen sich, wie auch mit dem Dreifingerauszug, alle gängigen Methoden des reiterlichen Bogenschießens ausführen. Insbesondere auch der "Parthische Schuss", also das Schießen rückwärts gewandt bei galoppierendem Pferd. Es gibt als spätantike Realien aus dem Iran einige Metallkappen aus Bund- und Edelmetall, die von der Abegg-Stiftung, Museum in Riggisberg, Schweiz, aufbewahrt werden. Für sie wird eine Verwendung zum Bogenschießen vorgeschlagen. Manche der Bildzeugnisse mit sasanidischen Bogenschützen, stets handelt es sich um Herrscherpersönlickeiten, zeigen dafür ausgelegte Schießhandschuhe.
Mit der Verbreitung eiserner Steigbügel in Eurasien während des 5./6. Jh. n. Chr. veränderten sich die Reflexbogen. Das hunnische Funktionsdesign wurde weiterentwickelt. Am deutlichsten zeigt sich dies bei den Reflexbogen des Reitervolks der Awaren im 6.-8. Jh. n. Chr. Die starren Bogenenden wurden verkürzt und stärker rekurv gestaltet, die arbeitenden Wurfarme länger und schmaler. Der Griff blieb vom Hornunterbau abgesetzt. So ließen sich die Bogen aufrecht in den Steigbügeln stehend in vollem Galopp weit ausziehen. Der Daumenauszug ersetzte damit eingergehend den bis dahin bei den Sasaniden vorherrschenden Fingerauszug. Klar erkennbar wird dies auf Jagddarstellungen mit König Chosrau II. (590-628 ) in Tāq-e Bostān im Westiran.
Holger Riesch: Pfeil und Bogen in der Römischen Kaiserzeit. Originäre und überkulturelle Aspekte der Bogenwaffe während der Antike und Spätantike. 3. Aufl. Ludwigshafen. Verlag Angelika Hörnig. 2022
https://d-nb.info/1140249959/04
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