Schepsen - Christus Kirche Utting - Atelier Lüps
Автор: ATELIER LÜPS
Загружено: 2026-02-22
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Schepsen für die Christuskirche Utting
Zur Baukultur in der Bauwende und dem Bioregionalismus in der Architektur
Für den Bau der Christuskirche Utting und deren Außenwandbekleidung verfolgte das Atelier Lüps diese alte handwerkliche Kulturtechnik: Beim „Schepsen“ (Bairisch für: entrinden, schälen) werden mit Hilfe von Zug- und Schäleisen die für Insektenbefall anfällige Borke bis auf die darunterliegende Bastschicht (Kambium) ausschließlich händisch entfernt, möglichst ohne die Holzfasern zu verletzen. So erhalten wir die natürliche Form des Stamms samt Kambium, was zu einer festen „Lederhaut“ eintrocknet und einen natürlichen Holzschutz bildet, gleichzeitig die Fassade in besonderer Textur und Farbe gestaltet.
Die Verwendung von Jungfichten-Stämmen ist ökologisch sehr sinnvoll, da diese meist engstehend heranwachsend in der Waldbewirtschaftung ausgelichtet werden müssen, aber konventionell nicht als Bauholz genutzt werden. So können wir ein forstwirtschaftliches „Abfallprodukt“ durch die Veredelung des Schepsens sehr hochwertig und wertschöpfend für das Bauen verwenden, das andernfalls meist nur noch als Brennmaterial dienen würde, wenn überhaupt.
Gleichzeitig verwenden wir den gewachsenen Baum äußerst materialeffizient, der Verschnitt und Ausschuss beläuft sich nur auf die Borke und dünne Äste – ganz im Gegensatz zu der meist industriellen Herstellung von z.B. Fassaden Bretterschalung.
Die so entstanden Fichten-Rundstangen, auch Hanichel genannt, verwenden wir je nach konstruktivem und statischem Nutzen als ganze oder halbierte Stangen für die Einkleidung der Holzkirche.
Dieser arbeitsintensive, manuelle Herstellungsprozess des Schepsen im Wald an frisch geschlagenem Holz wird auf dem freien Markt, zumindest in der Größenordnung des Baus einer Kirche, nicht angeboten - und wenn, dann finanziell unbezahlbar.
Doch im Sinne der Bauwende und Nutzung nachhaltiger, lokaler Ressourcen in der Architektur – nicht nur der heimischen Naturmaterialien, sondern der Menschen vor Ort - ließen sich aus der Gemeinde eine steigende Anzahl von Freiwilligen für das gemeinschaftliche Schepsen im Wald begeistern, die zum Schluss über die Wintermonate hinweg über fünf Kilometer dieser entrindeten Stangen herstellten. Nur mit ihrer Hilfe konnte dieser architektonische Anspruch - quantitativ wie qualitativ, ganzheitlich, integrativ wie nachhaltig - erreicht werden: So verleihen die sichtbaren Spuren händischer Arbeit im Freien dem Baukörper eine unmittelbare Verwurzelung mit Land und Leuten – jene, die das Kleid der Kirche selbst entstehen ließen, erkennen sich darin wieder. Dies führt zu einer tiefen Identifikation mit dem Bau und seiner Architektur, die identitätsstiftend wirkt. Atelier Lüps
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