Was bleiben wird: Ein Gespräch über Herkunft und Zukunft - Gregor Gysi und Friedrich Schorlemmer
Автор: GrimmChronik
Загружено: 2024-09-10
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In diesem ausführlichen und sehr persönlichen Gespräch von 2015 treffen mit Gregor Gysi und Friedrich Schorlemmer zwei prägende ostdeutsche Stimmen aufeinander. Moderiert von Hans-Dieter Schütt, kreist das Gespräch um die Frage, was von der DDR, von ihren Hoffnungen, Irrtümern, Erfahrungen und Grundideen bleiben wird.
Ausgehend von ihren ersten Begegnungen im Herbst 1989 sprechen beide über die letzten Monate der DDR, über Angst, Mut, Opposition, Anpassung und die Frage, warum das System letztlich zusammenbrach. Dabei geht es nicht nur um politische Ereignisse, sondern immer auch um biografische Erfahrungen: um Väter, Familiengeschichten, Loyalitäten, Widerstand, Schuld, Enttäuschung und Prägungen. Schorlemmer schildert seine Rolle als widerständiger Pfarrer, Gysi seinen Blick als Anwalt innerhalb des Systems.
Im weiteren Verlauf wird das Gespräch grundsätzlicher: Beide diskutieren über die Idee des Sozialismus, über die Fehler des Stalinismus, über die Widersprüche der DDR und über das, was nach 1990 aus ostdeutschen Erfahrungen gemacht wurde. Kritisch wird auch die deutsche Einheit betrachtet — insbesondere die Frage, warum soziale, kulturelle und strukturelle Errungenschaften des Ostens kaum übernommen wurden.
Kapitelübersicht
00:00 – 02:25
Begrüßung, erste Begegnungen und die Ausgangsfrage
Wie sich Gysi und Schorlemmer 1989 begegneten – und warum die Frage „Was bleiben wird?“ von Anfang an politisch und persönlich ist.
02:25 – 06:40
Angst im Sommer 1989 – Schorlemmer, Gysi und die Stasi
Schorlemmer erzählt von seiner Bedrohungslage, warum auf seinem Notizzettel Gregor Gysi stand und wie er Gysi als Anwalt wahrnahm.
06:40 – 14:44
Warum die DDR 1989 kippte
Gysi beschreibt die fragile Lage der DDR, die Rolle Gorbatschows, das Schweigen des Politbüros und warum die Bevölkerung plötzlich mutig wurde.
14:44 – 22:26
SED, Sowjetunion und die Frage nach Schuld und Loyalität
Vom Einfluss Moskaus bis zur Frage, warum so viele im System blieben – einschließlich der Geschichte von Gysis Vater.
22:26 – 29:58
Die Väter im System – Klaus Gysi und innere Widersprüche
Schorlemmers Begegnung mit Klaus Gysi, Einblicke in dessen Haltung und der Blick auf Funktionseliten in der DDR.
29:58 – 34:46
Sozialismus, Stalinismus und das Scheitern der Idee
Ein philosophisch-historischer Abschnitt über Lenin, Stalin, Chruschtschow und die Frage, wann der Sozialismus seine Chance verlor.
34:46 – 45:04
Was aus der DDR hätte bewahrt werden können
Kinderbetreuung, Bildung, Polikliniken, soziale Teilhabe: Gysi und Schorlemmer diskutieren, welche Ansätze des Ostens nach 1990 übergangen wurden.
45:04 – 56:57
Bleiben oder gehen? Familie, Ausreise und Verantwortung
Sehr persönliche Passagen über Ausreise, familiäre Bindungen, Gewissensentscheidungen und den Preis des Bleibens.
56:57 – 01:05:49
Die Einheit und der ostdeutsche Bedeutungsverlust
Warum viele Ostdeutsche nach 1990 nicht nur Freiheit, sondern auch einen Verlust an Bedeutung und Erfahrung erlebten.
01:05:49 – 01:17:09
Warum Gysi demokratischer Sozialist blieb
Kapitalismus, soziale Ungleichheit, Bildung, politische Kultur, Marx und Engels – Gysi begründet seine Position grundlegend.
01:17:09 – 01:27:23
Armut, Herkunft und die Biografien beider Gesprächspartner
Schorlemmer spricht über Hunger, Nachkriegserfahrung und Herkunft; es geht um Lebenswege, soziale Prägung und Bürgerbewegung.
01:27:23 – 01:33:52
Vorwürfe gegen Gregor Gysi: SED-Vermögen und Staatssicherheit
Ein direkter, zentraler Teil des Gesprächs: Gysi reagiert auf langjährige Vorwürfe und ordnet seine Rolle ein.
01:33:52 – 02:10:20
Kindheit, Privilegien, Unrechtserfahrungen und der Blick auf die DDR
Von Gysis Kindheit im privilegierten Haushalt bis zu seinen ersten Erfahrungen mit Staatssicherheit, Justiz und Unrecht.
02:10:20 – 02:23:48
Widerstand, Angst und die friedliche Revolution
Schorlemmer schildert Bedrohung, Gefängnisangst und seine Sicht auf den friedlichen Ausgang von 1989.
02:23:48 – 02:50:07
Väter, Glaube, Öffentlichkeit und Verantwortung
Es geht um die eigenen Eltern, die Rolle von Kirche, Öffentlichkeit und die Frage, wie man politisch wirksam bleibt, ohne Amtsträger zu werden.
02:50:07 – 03:08:13
Kapitalismuskritik, Alltagserfahrungen und bleibende Widersprüche
Westen, Konsum, Entfremdung, Arbeit, soziale Sicherheit und die Frage, was Menschen wirklich brauchen.
03:08:13 – 03:25:57
Utopien, Hoffnung, Moral und Glaube
Ein sehr dichter Schlussteil über Utopien, Verantwortung, Menschlichkeit, Religion und den Widerspruch des Menschen.
03:43:01 – 03:43:55
Schlussfrage: Was soll bleiben?
Schorlemmer und Gysi beantworten am Ende persönlich, was nach ihrem eigenen Wunsch von ihnen und ihrem Denken bleiben möge.
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