Steinerne Brücke in Regensburg
Автор: SQRIBE - die neue Art Städte zu erkunden
Загружено: 2023-03-14
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Steinerne Brücke – achtes Weltwunder oder Teufelswerk?
Vermutlich haben an dieser Stelle bereits die Kelten und Römer die Donau überquert. 792 ließ Karl der Große hier eine Schiffbrücke anlegen, die den häufig wiederkehrenden Hochwassern und zerstörerischen Eisschollen jedoch nicht lange standgehalten haben dürfte. Im zwölften Jahrhundert planten die Regensburger deshalb eine feste Brücke aus Stein, um damit einen sicheren Flussübergang zu schaffen. Auftraggeber waren Regensburger Kaufleute. Herzog Heinrich der Stolze gab Geld dazu. Die Steinerne Brücke mit insgesamt 16 Bögen, einer Länge von 336 Metern und einer Baumasse von 100.000 Tonnen gilt als eine Meisterleistung mittelalterlicher Baukunst. Sie wurde in einer Rekord-Bauzeit von nur 11 Jahren erbaut. Es handelt sich um die älteste noch erhaltene Steinbrücke Deutschlands. Lange Zeit war sie der einzige zuverlässige Donauübergang zwischen Ulm und Wien. Die Steinerne Brücke war auch Vorlage für andere Brücken: die ebenfalls berühmte Karlsbrücke in Prag, die London Bridge und die halbfertige Brücke in Avignon. Noch vierhundert Jahre später schwärmte der Dichter Hans Sachs: „Der prueck gleicht kaine in Deutschland.“
Ein sicherer Übergang über die breite Donau war von enormer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Regensburgs. Die Stadt war das Tor zum Osten und in den Orient. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte den Regensburgern das Privileg eingeräumt, Brückenzoll zu erheben. Zweimal brachen deutsche Kaiser von hier zu ihren Kreuzzügen auf: 1147 Kaiser Konrad III. und rund 40 Jahre Später Kaiser Barbarossa. Regensburger Kaufleute nutzten die Donau für ihre Reisen bis zum Schwarzen Meer oder brachten mit ihren Fuhrwerken Pelze und Felle aus Polen, Seide aus China und die heißbegehrten Gewürzen aus Indien.
Ursprünglich verfügte die Brücke über drei Türme. Bei dem schwedischen Angriff im Dreißigjährigen Krieg wurde einer der Türme auf der linken Seite der Donau so schwer beschädigt, dass er danach abgerissen werden musste. Heute ist nur noch der aus dem 13. Jahrhundert stammende Brückenturm auf der Südseite erhalten. Auf alten Stichen sieht man, dass auf den Pfeilern einst Brückenhäuser gestanden haben – ggf. gingen hier Gerber oder Färber ihrem Handwerk nach. Am Scheitelpunkt der Brücke steht eine Säule mit einer steinernen Figur, die zum Dom hinüber schaut – das Bruckmandl. Man geht davon aus, dass diese Figur die Freiheitsrechte der Freien Reichsstadt Regensburg gegenüber dem Bischof und dem Herzog von Bayern symbolisieren soll.
Die wuchtigen Fundamente, auf denen die Brückenpfeiler fußen, verursachten einen gefährlichen Strudel, der vor allem den Donauschiffern Kummer bereitete. Ein bekanntes Volkslied erinnert daran: „Als wir jüngst in Regensburg waren, sind wir über den Strudel gefahren.“ Wie in alten Zeiten, werden seit 2012 wieder Schiffe an die Leine genommen und mittels einer Treidelanlage durch die Gefahrenzone gezogen.
Lange Zeit war die Steinerne Brücke die einzige Verbindung zwischen der Altstadt und dem Ortsteil Stadtamhof. Tagtäglich bewegten sich Passanten, Fuhrwerke, später auch Lastkraftwagen und sogar die Straßenbahn zwischen den beiden Flussseiten hin und her. 1997 schließlich wurde die Brücke für den Individualverkehr gesperrt. Aber erst ab 2007 durften auch keine Linienbusse und Taxen mehr über das mittelalterliche Bauwerk. Danach konnten die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten beginnen. Im Juni 2018 wurde die Brücke wieder freigegeben für Fußgänger und Radfahrer.
Um den Bau der steinernen Brücke rankt sich eine mittelalterliche Legende. Demnach soll der Brückenbaumeister mit seinem Kollegen von der Dombauhütte in einen Wettstreit getreten sein, wer als erster sein Werk vollenden wird. Als das Gotteshaus schneller in die Höhe wuchs, als der Brückenbaumeister mit seinen Bögen vorankam, schloss letzterer einen Pakt mit dem Teufel. Er versprach dem Teufel die ersten drei Seelen, die die Brücke überqueren würden. Als der Teufel den Lohn einforderte, habe der schlaue Baumeister einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke gejagt. Vor Wut entbrannt hätte der Teufel versucht, die Brücke zu zerstören, was ihm nicht gelang – so fest war das Mauerwerk gefügt. Aber seither hat die Brücke einen Höcker. Einen kleinen Schönheitsfehler hat die Sage: Als 1273 mit dem Bau des Doms begonnen wurde, bestand die Brücke schon mehr als 120 Jahre.
Fotos: K. Weinstock
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