Max Reger - Hymnus der Liebe op. 136 [Score Video]
Автор: O. T. Tjabben
Загружено: 2022-07-15
Просмотров: 954
Описание:
Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig unter Heinz Bongartz mit Altistin Annelies Burmeister spielen Max Regers (1873-1916) Hymnus der Liebe op. 136.
"Wo ist die Liebe, die Menschenliebe?
Ewiger, gib sie uns wieder die Hohe, die Reine,
daß sie mit (...) milden, doch mächtigen Händen die klaffenden Wunden schließt, (...)
[die] ihm im starren Herzen einst wohnte, als die grauen Gespenster der Selbstsucht und Gier
noch nicht regierten die Seelen der Menschen."
__________
Eine Herzensangelegenheit, so kann man wohl Regers Hymnus der Liebe op. 136 bezeichnen. Es ist deutlich zu spüren, mit welcher Hingabe er den Text von Ludwig Jacobowski, den Appell Prometheus' an die Menschen aus seinem Jugendwerk "Vom Geschlecht der Promethiden" (i, S. 423), vertont. Der Orchestersatz ist von spätromantischer Diktion, Wagner "mit Tristan-Chromatik, unendlicher Melodik und deutlichen Amfortas-Anklängen" (i, S. 423) sehr nahestehend und von einer Feinheit, die Reger erst in den späten Jahren erreicht und die womöglich Orchesterlieder erst zulässt; "die dicke Instrumentationsweise früherer Jahre hätte die Solostimme unweigerlich zugedeckt." (ii, S. 79)
Die Sorgfalt ist erstaunlich, befand sich Reger doch gerade in einer sehr intensiven Arbeitsphase: nach einer kurzen Erholungspause in Meran standen Pläne für ein Tedeum, eine Messe und ein Requiem fest, er begann an den Mozart-Variationen op. 132, nahm die Reinschrift des Klavierquartetts op. 133 vor, nahtlos anschließend die achttägige Komposition der Telemann-Variationen op. 134 und sechs Tage, komponiert vom 21. bis zum 27. 8. 1914 (iii, S. 185+ebd., Fn 77) war dieses op. 136 fertig. (iv, S. 41)
Überschrieben ist das Werk mit der Widmung an "Fritz und Gretel Stein zur Erinnerung an Meran 1914". Das befreundete Ehepaar hatte Reger im April 1914 ins Sanatorium nach Südtirol begleitet. (v) In erster Linie ist das Werk für Baritonsolo und Orchester geschrieben, der Titel beinhaltet aber auch die Alternative, die hier erklingt ("für Bariton-(oder Alt-)solo" (i, S. 523)).
Es war ein kompositorisch fruchtbarer Sommer 1914, aber diese Schaffensphase liegt in einer spannenden Zeit. Zwei Jahre zuvor, 1912, entstand noch "An die Hoffnung" op. 124, mittlerweile war der Krieg jedoch endgültig ausgebrochen.
"Es wäre paradox, wenn jetzt ein ,Hymnus der Liebe' [erschiene] - es handelt sich im Text sehr vernünftiger Weise um die Menschenliebe d. h. Nächstenliebe!", schrieb Reger am 19. 12. 1914 an Anna Erler-Schnaudt (i, S. 424+503) und war folgerichtig bereit, mit dem Erscheinen des Werkes bis zum Kriegende zu warten und verlangte auch nur ein kleines Honorar von 300 Mark, was kaum einem Konzertauftritt entsprach. Das Erscheinen des Werkes wie auch das Kriegsende erlebte Reger nicht mehr. (i, S. 424) Das Werk wurde posthum uraufgeführt in Jena am 23. 6. 1918. (v)
(Oliver T. Tjabben, Juli 2022)
Quellen:
i Susanne Popp, Werk statt Leben. 2015.
ii Roman Brotbeck, Zum Spätwerk von Max Reger.1988.
iii Susanne Popp (Hrsg.), Briefe an Fritz Stein. 1981.
iv -''-, Susanne Shigihara (Hrsgg.), Am Wendepunkt zur Moderne. 1987.
v Booklettext von Ulf Brenken. 2006.
__________
"Höre mich, Ewiger, Allerbarmer,
der du vom Dunkel der Tiefe emporwächst in des Äthers leuchtender Sphäre,
Ewiger, der du mit deiner Allliebe
die ganze wogende Menschheitsflut umarmst,
wo ist die Liebe,
die Menschenliebe?
Ewiger, gib sie uns wieder die Hohe, die Reine,
daß sie mit erbarmender Seele, mit milden, doch mächtigen Händen die klaffenden Wunden schließt,
und in der bangen Seelen des Einzelnen wieder entfache den sterbenden Funken göttlicher Liebe,
der ihm im starren Herzen einst wohnte, als die grauen Gespenster der Selbstsucht und Gier
noch nicht regierten die Seelen der Menschen.
Wüßt ich, o Ewiger, wo ich sie fände, die erhabene Göttin,
siehe, ich nähme noch einmal das hehre Martyrium des Genius,
griff noch einmal, noch einmal mit kühner Hand an die Fackel des Ewigen und schleuderte Funken hernieder
heiligen Feuers voll.
Und zermalmte strafend die gewaltige Himmelswölbung
mit der glühenden Stirn,
mit den trotzigen Nacken,
dennoch rüttelt' ich wieder an die zitternde Veste der Welt,
kämpfte gigantisch
wider die wimmernden Geister der Nacht,
holte aus ihren Schattenarmen die Liebe,
reichte mit sterbenden Händen hernieder die Hohe, die Hohe der jauchzenden Menschheit!
Säh' ich vernichtet
alle Gespenster des Staubes,
säh' ich auf seligem Antlitz den ersten Schimmer erwachenden Weltenglücks und Elysium
siehe, ich stürbe so gern!"
__________
Dresdner Philharmonie
Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig
HEINZ BONGARTZ
Annelies Burmeister, Alt
(P) 1969 VEB Deutsche Schallplatten Berlin
(C) 2006 edel CLASSICS GmbH
Повторяем попытку...
Доступные форматы для скачивания:
Скачать видео
-
Информация по загрузке: