Rückblick: Erstes Risse-Haus in Staufen muss weichen
Автор: badischezeitung
Загружено: 2016-12-02
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In Staufen ist erstmals ein Gebäude abgerissen worden, das durch die fortdauernden Erdhebungen beschädigt worden ist. Warum die ehemalige Schlossberg-Wäscherei nicht zu retten war, erklärt Bürgermeister Michael Benitz im Video.
Sechs Jahre nach der missglückten Geothermie-Bohrung klafft in Staufen eine erste Lücke. Am Montag wurde ein als Lager genutztes Haus abgerissen. An 270 Häusern gibt es Risse, der Schaden beträgt etwa 50 Millionen Euro.
"Morgens um acht war der Riss noch nicht da. Mittags um zwölf reichte er von der Zimmerdecke bis fast zum Boden." Bäckermeister Max Faller aus Staufen klingt schicksalsergeben. "Das Haus hinter unserem drückt mir die Backstube und das Vorderhaus nach vorn. Unaufhaltsam, jeden Tag." Das Haus ächzt unter dem riesigen vertikalen Druck – manchmal kommen die neuen Risse diskret, manchmal knallt es so laut, dass man nachts hochschreckt.
Wie andere Gebäude in Staufen ziert auch das Faller-Haus – neben dem Zunftzeichen der Bäcker – eine rote Banderole mit der Aufschrift: "Staufen darf nicht zerreißen". Sie sieht wie ein Pflaster aus, das über die Risse in der Fassade geklebt ist. 100 Meter Luftlinie von der Bäckerei hat es ein Gebäude schon völlig zerrissen: Die Schlossberg-Wäscherei, 1952 errichtet, musste am Montag abgerissen werden – es war der erste Abriss eines Hauses in der Staufener Altstadt. Damit ist ein weiteres Kapitel in der unendlich scheinenden Geschichte der Risse-Katastrophe geschrieben. Die Wäscherei liegt direkt auf der Bruchkante, hier klafften Lücken von 25 Zentimeter und mehr im Mauerwerk.
Durch dieses Haus hat Bürgermeister Michael Benitz seine Gäste, die sich für die Katastrophe interessierten, nicht geführt. Er zeigt lieber das Technische Rathaus eine Häuserzeile weiter vorne. Auch dieses Gebäude kann nicht mehr genutzt werden, es wird früher oder später wohl ebenfalls abgerissen. Dabei war es 2005 bis 2007 für rund 750 000 Euro aufwendig renoviert worden, genauso wie das Historische Rathaus, in dem innen wie außen zahlreiche breite Lücken klaffen. Auch Benitz selbst ist betroffen: "Im Bürgermeisterbüro droht ein Fenstersturz runterzubrechen – der Riss muss jetzt verfüllt werden", sagt er.
Vor acht Jahren hatte der Gemeinderat grünes Licht für das Erdwärmeprojekt gegeben. Gebohrt wurde im Hof des Alten Rathauses – wenig später rieselte Staub auf die Schreibtische, erste Risse zeigten sich. Die Bohrungen waren misslungen – doch niemand ahnte zunächst die katastrophalen Folgen. Bei der Geothermiebohrung war Wasser in eine gipsführende Erdschicht gelangt, die daraufhin aufschwemmte: Der Boden hob sich. Zuerst waren es mehrere Zentimeter im Monat, jetzt – wo das Wasser rund um die Uhr abgepumpt wird – sind es immer noch drei Millimeter. 270 Häuser sind betroffen, die Schäden der Erderhebung werden auf 50 Millionen Euro geschätzt. Wie viel davon auf die Stadt entfallen, das ist noch unklar. Ebenso wenig, wie viel die Landesregierung beisteuert. "Zu den bereits von uns aufgebrachten 2,8 Millionen Euro noch mal viele Millionen zu schultern – das schaffen wir nicht", sagt Benitz.
"Staufen war nicht, Staufen ist. Und damit es bleibt, braucht Staufen unsere Hilfe", so steht es als Zitat von SWR-Moderatoren an vielen Hauswänden in der Stadt. Viele Menschen zeigen Solidarität, die umliegenden Gemeinden spendeten einen Euro pro Einwohner, die Risse-Stiftung sammelt weiter Geld. Und ein Zeichen des Optimismus gibt es bereits: Eine Baugenossenschaft hat in unmittelbarer Nähe der alten Wäscherei ein Mehrfamilienhaus gekauft und lässt es jetzt renovieren. Das Haus steht allerdings auf der "richtigen" Seite der Bruchkante – dort, wo man sicher sein kann, dass es keine Risse mehr geben wird.
Mehr Informationen unter: https://www.badische-zeitung.de/abris...
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