BEN BECKER - SCHAUSPIELER, SÄNGER UND MENSCH - Whiskey- und Zigarettenkonsum
Автор: Georg Danter
Загружено: 2012-10-09
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http://www.wo-tv.eu/germany.html Ben Beckers trauriger Liederabend im Konzerthaus
Fast zwei Stunden lang hat der deutsche Schauspieler Ben Becker am Montagabend im Wiener Konzerthaus mit einer Stimme, die weit über den üblichen Whiskey- und Zigarettenkonsum hinausgeht, und großem Pathos über Liebe, Verlust, Abschied und Verzweiflung gesungen, garniert mit komischen Momenten. Insgesamt sorgte er mit seinem traurigen Liederabend "Den See" für große Begeisterung im Publikum.
Auf der dunklen Bühne glimmt das Ende einer Zigarette auf, nach und nach werden Instrumente und Musiker in blaues Licht getaucht. Es ist bereits ein theatralischer Einstieg, den Becker für diesen Auftritt wählte. Ein trauriger Liederabend in schwarzem Anzug und mit einer Packung Zigaretten sei das Ziel, verkündet der Sänger, der unter anderem für seine Auftritte als Tod im Salzburger "Jedermann" berühmt ist.
Ben Becker raucht nicht nur und singt, er leidet und hadert auch -- und das mit großen Gesten und großen Gefühlen. Egal ob bei seinen Eigenkompositionen wie "Alles geht in Rauch auf -- Du auch", oder beim "Ship Song", der eigentlich von Nick Cave and the Bad Seeds stammt -- Becker hat den Rockstargestus verinnerlicht.
Den Kopf in den Nacken gelegt, die Hände wie zum Gebet gefaltet, den Arm steil nach oben gestreckt -- manchmal fast ein bisschen zu viel des Guten, wie die Andeutung der Spritze im Cover von "Hurt" der Nine Inch Nails -- in Beckers Variante allerdings der Johnny-Cash-Version des Liedes deutlich näher. Begleitet wird der Sänger dabei von seiner Band, zwei Gitarren, Klavier, Schlagzeug, Bass nach Belieben variiert und ätherischen weiblichen Backup-Vocals. Mitten im Gitarrensolo zu der "Sturm" küsst er seinen Gitarristen, auch am Klavier sitzt "ein langjähriger musikalischer Begleiter", Yoyo Röhm.
Die eine oder andere Reminiszenz hat Becker auch an das Wiener Konzerthaus, hier drehte er für die "Comedian Harmonists". "Ich hatte das Haus kleiner in Erinnerung, jetzt bin ich tierisch nervös", kokettierte er. Nach der ersten Hälfte wünscht er sich Rotwein und raucht mal wieder eine. Auch der titelgebende See soll irgendwo in Österreich sein.
In seinen Liedern changiert Becker nicht nur thematisch zwischen Selbstmordversuch und Geisterstunde, auch seinen Tonfall passt er an: Verzweifelt, beinahe krächzend, der Revolution in Ekstase entgegenbrüllend ("Schwarze Frau") oder fast schon in Märchenonkel-Anlehnung beim Rezitativ des Joachim Ringelnatz-Gedichtes "Die alte Schiffsuhr". Bevor es gar zu melancholisch und depressiv wird, packt der Sänger dann zumindest ein wenig munterer anmutende Lieder aus. Als Zugabe gibt es schließlich Heinrich Heines Lied von der Loreley, Ben Becker im Scheinwerferlicht, begleitet nur vom Klavier, eine letzte große Pose. Bravorufe und langer Applaus.
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