Würzburg (WÜ) Glocken von Stiftskirche St. Johannes in Stift Haug
Автор: glockenzeit
Загружено: 2021-10-17
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Am Rande der Würzburger Altstadt erhebt sich im Hauger Viertel die heutige Pfarr- und ehem. Stiftskirche St. Johannes in Stift Haug, welche mit ihrer eindrucksvollen Kuppel und barocken Doppelturmfassade zu den prächtigsten Kirchenbauten der Stadt zählt. Nicht weniger umfänglich als die Geschichte des ehemaligen Stiftes ist auch die seiner Glocken. Entstand, über die Jahrhunderte hinweg, doch ein 13-stimmiges Geläut, welches in seiner Größe selbst das der Domkirche übertraf. Während sich im Nordturm das vierstimmige Pfarrgeläut befand, verfügte der südliche Turm seit jeher über das Stiftsgeläut, angeführt von der 1395 gegossenen Margel, die wegen ihrer Größe (Ø 1670mm, Ton a°) auch Gloriosa genannt wurde. Sie war nicht nur die größte, sondern auch klangschönste Glocke des Geläutes, wenn nicht sogar der ganzen Stadt. Ihr Verlust soll sinnbildlich für den von sechs Glocken im Zweiten Weltkrieg stehen: Johannes (1786), Susanne (1538), Zweischelle (1446), Zwölfer (1538) Standauf (um 1300) und Storch (1458). Denn bis zu diesem Zeitpunkt konnte das hochbedeutsame, seit 1786 bestehende Ensemble aus 13 Glocken unverändert erhalten bleiben. Während die wertvollen, im Turm befindlichen, Glocken vernichtet wurden, konnten nur die ausgelagerten Glocken Dreiviertel (1613), Kreuz (1574), das Viertele (1574), Geyerle (1499) und Pfärrle (1250) die Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 überstehen. Das Silberglöckchen von 1649 befindet sich derzeit auf der Empore. Die älteste Glocke in Stift Haug ist das Pfärrle, welches sich, mit Ausnahme dreier Stege, völlig schmucklos darstellt und im Allgemeinen eine hochgezogene Form aufweist. Gemeinsam mit den anderen, erhaltenen Glocken wurde es nach Kriegsende in den Nordturm verbracht. Noch während des aufwändigen Wiederaufbaus von Stift Haug entstand 1961 eine neue Glocke in Heidelberg. Erst zum 1000-jährigen Gründungsjubiläum von Stift Haug im Jahr 2002 konnten drei neue, größere Glocken als Fundament und Entlastung für das bisherige Geläut in der Fa. Perner, Passau entstehen. Zugleich wurde ein Riss im Pfärrle geschweißt, die Krone überarbeitet und ein neuer Holzglockenstuhl im Nordturmoktogon errichtet. Knapp zehn Jahre später, 2015, sollte das Geläute mit dem Guss der großen Glocke Johannes Evangelist wiederum eine Ergänzung erfahren. Das recht leichtrippige Instrument fand seinen Platz im Südturm, welcher schon immer die großen Glocken von Stift Haug getragen hatte. Die geplante Vollendung des Bestandes mit einer großen Glocke (a°) nach historischem Vorbild konnte bisher leider nicht realisiert werden, der Südturmglockenstuhl ist dafür allerdings ausgelegt. Auch wenn das hochbedeutsame, historische Geläute seit dem 16. März 1945 nicht mehr erklingen kann, so hat sich in Stift Haug mit einigen Glocken ein wertvoller Teil davon erhalten können, der mit den jüngsten Ergänzungen durchaus zu den bemerkenswertesten Geläuteensembles auf dem Gebiet der Diözese gehört.
Gl. 1 | Johannes Evangelist | cis' | 2000 kg | 1470 mm | Albert Bachert, Karlsruhe (2015)
Gl. 2 | Segen für die Stadt | d' | 1640 kg | 1360 mm | Rudolf Perner, Passau (2002)
Gl. 3 | Friede auf Erden | e' | 1156 kg | 1220 mm | Rudolf Perner, Passau (2002)
Gl. 4 | Johannes d. Täufer | fis' | 830 kg | 1110 mm | Rudolf Perner, Passau (2002)
Gl. 5 | Kreuz | a' | 650 kg | 980 mm | Christoph Glockengießer, Nürnberg (1574)
Gl. 6 | Dreiviertel | h' | 460 kg | 870 mm | Sigmund Arnold, Fulda (1613)
Gl. 7 | Viertele | cis'' | 320 kg | 798 mm | Christoph Glockengießer, Nürnberg (1574)
Gl. 8 | Geyerle | d'' | 230 kg | 665 mm | unbezeichnet (1499)
Gl. 9 | Neue | e'' | 162 kg | 630 mm | Friedrich W. Schilling, Heidelberg (1958)
Gl. 10 | Pfärrle | gis'' | 160 kg | 583 mm | unbezeichnet (~1250)
Aufteilung: Gl. 1 im Süd-, 2 bis 6 im Nordturm, 7 bis 10 im Oktogon.
Als Ersatz für die alte, mehrmals zerstörte Stiftskirche vor den Toren der Stadt, entstand zwischen 1670 und 1691 ein neuer, prächtiger Kirchenbau mit monumentaler Kuppel und Fassade, das Hauptwerk Antonio Petrinis - die Kirche St. Johannes, welche heute, nach dem 1803 aufgelösten Kollegiatstift, besser als Stift Haug bekannt ist. Nach der Säkularisation blieb das Gotteshaus zwar als Pfarrkirche erhalten, wurde allerdings bei der Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 schwer getroffen. Eine, etwas schlichtere, Wiederherstellung des stattlichen Gotteshauses konnte bis 1965 erfolgen. Da eine ausführlichere Würdigung der Geschichte von Stift, Kirche und Glocken aufgrund der Zeichenbeschränkung bei YouTube leider nicht möglich ist, soll diese zu einem späteren Zeitpunkt anderweitig erfolgen.
Ablauf des Videos:
00:00 Eindrücke der Kirche, Geläute "von außen"
03:00 Einzelglocken
20:15 Festgeläut aller Glocken
Herzlich danken möchte ich Domvikar Müller und Herrn Bengel für die Genehmigung der Aufnahme.
Quellen:
Ullrich, Ph. E. (1897) Katholische Kirchen Würzburgs; Muth, H. (2008) St. Johannes Stift Haug, Würzburg.; Turmbesteigung.
Text, Ton und Bild: Ben Schröder, "Glockenzeit."
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