Unsere Nachbarn heute abend – Familie Schölermann: Ferien an der See (1956)
Автор: Fernseh Schatztruhe
Загружено: 2025-11-17
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„Unsere Nachbarn heute abend – Familie Schölermann“ war die erste Familienserie überhaupt im deutschen Fernsehen – nur zwei Jahre nachdem dieses den Sendebetrieb aufgenommen hatte.
Die vom NWDR produzierte Serie lief von 1954 bis 1960 und brachte es auf insgesamt 111 Folgen. Auch wenn man bedenkt, dass es zu dieser Zeit nur ein Fernsehprogramm in der Bundesrepublik gab, waren die Einschaltquoten mit 70–90 % beachtlich. Anfangs wurden die Sendungen noch live gespielt und gesendet, erst später aufgezeichnet.
Gezeigt wurden die kleinen und großen Sorgen, aber auch Freuden einer deutschen Durchschnittsfamilie, die das Wirtschaftswunder hautnah erlebte.
Formal war man bestrebt, die Illusion herzustellen, einer realen Familie ins Wohnzimmer zu schauen, gleichsam nach dem Muster heutiger Reality-Soaps. Deswegen wurden die Namen der Darsteller auch zunächst nicht bekanntgegeben. Zudem spielte die Handlung um die gleiche Tageszeit wie die Ausstrahlung – am Abend zwischen 20.00 und 21.00 Uhr. Die Ereignisse des Tages wurden im Studio/Wohnzimmer aus der Rückschau besprochen, ohne dass andere Schauplätze aufgesucht wurden.
In den Hauptrollen waren zu sehen:
Lotte Rausch (Mutter Trude Schölermann)
Willy Krüger (Vater Matthias Schölermann)
Charles Brauer (Sohn Heinz Schölermann; später bekannt als Kommissar Peter Brockmöller, Partner von Manfred Krug im Tatort)
Margit Cargill (Tochter Evchen) (* 31. Oktober 1935 in Leeds)
Harald Martens (Jockeli) (* 1944)
Giulia Follina (Bärbel)
Lotte Brackebusch (Tante Marie)
Joachim Wolff (Onkel Eduard)
In der Serie spiegeln sich die Werte der 1950er-Jahre. Die Rollenverteilung war patriarchalisch: Der Vater als Ernährer trifft alle Entscheidungen, wie etwa über Urlaubsziele, und behält sich auch das Recht vor, seinen Sohn „übers Knie zu legen“. Die Mutter ist Hausfrau und geht lediglich einer Berufstätigkeit nach, als ihr Ehemann vorübergehend arbeitslos wird, was aber alle Beteiligten als unnormal empfinden.
Der eine Teil der Zuschauerfamilien hielt die Schölermanns für die deutsche Familie schlechthin. Andere hielten die Familienzwistigkeiten für realitätsfremd. Gegen Ende der 1950er-Jahre zeigte die Serie Verschleißerscheinungen.
Am Regiepult stand Ruprecht Essberger. Er trat später als Krimi-Autor und Regisseur in Erscheinung, ebenso als Schöpfer der Reality-Serie Ehen vor Gericht. Geschrieben wurden die Geschichten unter anderem von Walther von Hollander sowie von Rolf und Alexandra Becker, die auch Dickie Dick Dickens und Gestatten, mein Name ist Cox zu Papier brachten. Der Sendeplatz war die Hauptsendezeit am Mittwochabend zwischen 20.15 und 21.00 Uhr.
Als Anschlussserie für die Schölermanns konnte man die Familie Hesselbach vom Hessischen Rundfunk betrachten, die 1960 auf Sendung ging, als Familie Schölermann inhaltlich bereits ein Auslaufmodell war.
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